Heute – Von Herzen …

… die Menschen im urbanen Stadtviertel erfreuen:

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So isset – nix als die Wahrheit!

Ich schreibe für mein Leben gerne. Geschichten, ganze Bücher, Blogposts – na klar – , Newsletter, Webtexte, Pressemitteilungen … und ich schreibe Listen.

Ich schreibe Listen über alles. Darüber, was ich einkaufen will, in meiner Butze tun muss,  wen ich anrufen sollte, welche Jobs anstehen, was für welchen Auftraggeber zu tun ist … ich führe Oberlisten, die meine Unterlisten strukturieren.

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Das ordnet mir mein Leben, das sich manchmal anfühlt wie ein einziges großes Chaos, und dem ich ab und an nur Herr werden kann, indem ich Nachtschichten einschiebe.

Und nein: Dabei gehts nicht (nur) um die zusätzlich gewonnene Zeit, sondern vor allem um die äußere Ruhe, die mein ins Ungleichgewicht geratenes Inneres wieder runterbringt auf Normalniveau und mir hilft, meine Gedanken zu sortieren.

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Dann bin ich klar. Dann kann ich schreiben. Oft sogar besser als am Tag.
Denn da spielt viel zu oft  die Sonne mit den Platanenblättern vor meinem Fenster, die berauschten Tagediebe in der Eckkneipe gegenüber philosophieren so schön, dass ich zuhören muss oder die Blondierte poliert mal wieder mit Kippe im Mundwinkel und Glitzer-T-Shirt am Leib ihre Fenster.
Manchmal wuselt auch eine Kindergartengruppe mit aufgeregten Stimmchen und brav in Zweierreihen an meinem Fenster vorbei, der Klüngelskerl sucht nach weggeworfenem Metall, Facebook zeigt eine neue Nachricht an, WhatsApp wispert, dass mir jemand etwas Wichtiges erzählen will oder eine der drei Arschkrampen hüpft zwischen meinen sorgsam unsortierten Zetteln umher, um sich dann auf die Tastatur fallen zu lassen … Oder aber die Uhr hängt mir im Nacken, weil der Brotjob meine Anwesenheit verlangt, ein Termin ruft, die Arschkrampen ihr Abendessen einfordern …

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Dann warte ich sehnsüchtig darauf, dass sich die Welt da draußen zur Ruhe bettet und endlich aufhört, an mir zu zerren, damit ich meinen unruhigen Geist dazu bringen kann, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

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Und der Preis dafür? – Manchmal gibts keinen. Dann wieder sitze ich am nächsten Tag mit kleinen Äuglein und einem Riesenbecher Kaffee am Schreibtisch und blogge lieber, statt das zu tun, was auf meinen Listen steht … und wenn es ganz schlimm kommt, dann wache ich erschrocken und schweißgebadet erst um halb 11 auf.

So, jetzt isset raus! Aus der ewig Frühaufstehenden ist eine langschlafende Tagediebin geworden. Manchmal.

P.S. Die Fotos sind am, im und vom Bergbaumuseum in Bochum entstanden.

Welche Farbe hat dein Leben?

Wer entscheidet eigentlich, wie viel bunt oder wie viel grau in deinem Leben Platz hat? Und welche Farbe gerade angesagt ist? Musst du denn immer der Farbtupfer sein, der dem Alltag grelle Nuancen verleiht?

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Manche wollen auffallen um jeden Preis – bunter, kreativer, schöner und klüger sein als alle anderen.

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Andere bevorzugen Einheitsbreiweiß, um bloß nicht aufzufallen in der Menge. Wäre ja peinlich …

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Und was ist mit denen, die irgendwo dazwischen sind? Die es manchmal bunt mögen und manchmal lieber unsichtbar? Gehörst du vielleicht auch dazu?

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Manchmal findest du es fantastisch, ein Paradiesvogel zu sein, die Blicke auf dich zu ziehen ….IMAG0190

… und dann wieder stehst du lieber abseits und beobachtest das bunte Treiben aus sicherer Entfernung. Du musst ja nicht immer mittendrin sein.

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Aber was ist, wenn es gerade echt nicht gut läuft, und dein Leben mit einer unendlich langen Warteschlange vor den Dixi-Klos vergleichbar ist? – Nervig, stinkend und kaum auszuhalten?

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Es wird nicht schöner, besser, fröhlicher, leichter, wenn du schmerzvoll versuchst, das zu verbergen und so zu tun, als sei alles perfekt! Wer glaubt dir das auch schon? – Du selber nicht. Und WIRKLICHE Freunde doch auch nicht, oder?!

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Solltest du dich dann nicht lieber im Rollstuhl von deinen Liebsten über die Sprintdistanz schieben lassen, statt stillschweigend zu leiden und den Weg alleine schmerzvoll zu humpeln?

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Manchmal ist es Zeit, zu ertragen, dass sich jemand um dich kümmert, dir einen Teil deiner schweren Last von den Schultern nimmt und dir das Leben ein bisschen leichter macht. Dann merkst du, dass gemeinsam vieles leichter und bunter wird.

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Es gibt aber Zeiten, da ist das Grau nicht zu vertreiben. Dann brauchst du die Einsamkeit deiner Höhle und die Dunkelheit dort. Dann gibt es keinen anderen Weg, als  deine brüchig-verletzliche Seele im Verborgenen auszuhalten. Da hilft kein gleißend-blendender Lichtstrahl und erst recht kein: „Auch mal lachen!“

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Irgendwann löst es sich vielleicht wieder von alleine, möglicherweise nur mit einer helfenden Hand. Dann entdeckst du deine Farben wieder neu und hast wieder Platz für sie in deinem Leben …

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… und alles steht auf „Start!“   IMAG0222

P.S. Alle Fotos vom COLOR RUN in Essen am 31. August 2014

Gelesen im August

Ein durchwachsener Monat! Sehr Gutes und Berührendes zwischen den Buchdeckeln entdeckt, das mir aus dem Herzen und der Seele gesprochen hat, Verbundenheit hat spüren lassen. Und dann wieder der komplette Gegensatz. Leichte, seichte Oberflächlichkeit, die mich sehr unbefriedigt zurückgelassen hat.

Und falls es jemanden interessiert: Obwohl ich mittlerweile zwei E-Reader besitze, lese ich wenig darauf. In diesem Monat nur eines der Bücher. Ich verliere einfach zu schnell den Überblick, was ich noch an Ungelesenem habe und während des Lesens vergesse ich immer wieder, WAS ich da eigentlich lese, weil ich nie das Cover sehe …

Jetzt aber die „Ausbeute“ vom August 2014:

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Marion Brasch: Wunderlich fährt nach Norden -> Eindringlich, besonders, geheimnisvoll, magisch, verwirrend, schön

Lars Simon: Elchscheiße -> Kurzweilig, unterhaltsam und witzig. Wird mir aber vermutlich nicht lange im Gedächtnis bleiben.

Nicholas Shakespeare: Priscilla -> Biografie, Roman, Zeitgeschichte … Nicholas Shakespeare schreibt über das bewegte Leben seiner Tante Priscilla in „stürmischen Zeiten“. Er schreibt über ihre (Ehe-)Männer, über ihre Konventionsbrüche, ihre verstörende Schönheit, ihre unerfüllten Lebensträume (ein Buch schreiben und ein Kind bekommen) und über ihren zu frühen Tod. LESEN!

Thomas: Glavinic: Das bin doch ich -> Sensibel, sprachlich bemerkenswert und verletzlich. Das Leben eines Autors, eines Menschen voller Selbstzweifel und Ängste in einer Welt voller Erwartungen… „Ich bin zweckpessimistisch und fühle mich schon durch Kleinigkeiten in meiner Sorge bestätigt“ LESEN!

Karen Duve: Anständig essen -> Ich habe es schon zum zweiten Mal gelesen. War es beim ersten Lesen auch schon so „schwafelig“?