Gelesen im Mai 2017

Der Stapel aus Büchern, die noch gelesen werden möchten, wird höher und immer höher. Die Liste der Bücher, die ich mir wünsche, wird auch immer länger … Aber ein bisschen gelesen habe ich auch:

Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Der dritte Band von Meyerhoffs kleiner biografischer Reihe ist vor kurzem im Taschenbuch erschienen und stand schon länger auf meiner To-read-Liste. Die ersten beiden Bücher Alle Toten fliegen hoch. Amerika. und Wann wird es endlich wieder so, wie es mal war hatten mir schon gut gefallen.

Ich mag Meyerhoffs unaufgeregten Erzählstil, der mich auch hier wieder von der ersten Seite an regelrecht umarmte und ins Buch hineinzog. Ich konnte es kaum beiseite legen und hatte es innerhalb weniger Tage ausgelesen. DAS ist für mich das wichtigste Kriterium für ein gutes Buch!

Die Geschichte spielt in München, gegenüber vom Nymphenburger Park. Dort haben die Großeltern ihr großes Haus. Es muss sich der Beschreibung nach eher um eine großbürgerliche Villa handeln, die von alten Bäumen umringt ist. Hier hat jeder Gegenstand einen festen Platz, der sich niemals ändert. In diesem Haus leben Joachim/Jokkis Großeltern in einer minutiösen Struktur, die sich Tag für Tag wiederholt. Morgens beginnt sie mit Enzian-Schnaps und am späten Abend endet sie mit sehr schwerem Rotwein. Und zwischendrin gibt es auch genug Alkohol – keine Sorge.

Hier bewohnt der Protagonist drei Jahre lang ein sehr, sehr rosafarbenes Zimmer – in dem sich natürlich auch nichts ändert -, während er die Otto-Falckenberg-Schule besucht und dort mehr oder weniger erfolgreich Schauspiel studiert. Schon die bestandene Aufnahmeprüfung wirkt fragwürdig und außer Kampfsport hat er auch eigentlich an nichts dort groß Freude. Pikanterweise hat seine Großmutter an genau dieser Schule jahrelang unterrichtet …

Seite für Seite entspinnt sich eine wunderbare Mischung aus Beschreibung von Situationen, Skizzen einzelner Personen und Rückblicke auf die Familie sowie die Kindheit und Jugend des Protagonisten und damit immer wieder Verweise auf die ersten beiden Bücher.

Der Verlag hat für den Herbst schon den vierten Band angekündigt. Ich freu mich total, dass es weitergeht!

Und sonst noch?

Ein geheimes Buch, das im Herbst erscheint, …

… und ein richtig geheimes Buch, das ebenfalls im Herbst auf den Buchmarkt kommt, habe ich noch gelesen, …

Susanne Weber, Tanja Jacobs: Die Eule mit der Beule. Oetinger

… und selbstverständlich Die Eule mit der Beule. Täglich, mehrmals, mit geschlossenen Augen, auch rückwärts oder nur jede zweite Seite – und immer noch mit Freude. Inzwischen ist nicht mehr die Fuchs-Seite die liebste, sondern die mit der Schlange. Nur damit ihr Bescheid wisst.