Gelesen im März

Bevor diese gut gefüllte Woche so richtig Fahrt aufnimmt, stelle ich mal den Leserückblick ein.

Die Liste ist diesmal wirklich sehr kurz geraten. Sogar kürzer als im turbulentesten aller Monate, dem Dezember.
Das liegt wohl vor allem daran, dass ich mehr selbst geschrieben haben. Ist ja auch nicht das Schlechteste …

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Minette Walters: Die Bildhauerin.
Antonia Michaelis: Friedhofskind
Ariadne von Schirach: Du sollst nicht funktionieren
Bettina Belitz: Vor uns die Nacht
J. Courtney Sullivan: Sommer in Maine
J. Courtney Sullivan: Die Verlobungen

 

Creative Writing II

Hier noch ein kleiner Einblick in die Ergebnisse meines Creative Writing-Workshops. Eine kleine Aufgabe und 20 Minuten Zeit. Das ist mein Ergebnis:

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Oliver schwitzte, als er die Glastür zum Geschäft aufstieß. Die schwere Tüte drohte aus seinen feuchten Fingern zu gleiten. Wie sollte er das jetzt nur hinbekommen? Zaghaft ging er drei Schritte über den weichen Teppich und blieb dann stehen.
Vor erst zwei Stunden hatte er genau an derselben Stelle gestanden. Aus einer spontanen Laune heraus hatte er den Laden betreten. Das tat er sonst nie alleine, ohne Antje. Warum eigentlich nicht, hatte er sich aber gedacht, als er die Sonderangebote in den frischen Farben im Schaufenster im Vorbeigehen entdeckt hatte. Die attraktive Verkäuferin hatte ihm geschmeichelt, als er ein Jackett nach dem anderen probierte und ihm zu seiner Kaufentscheidung gratuliert. Beschwingt hatte er den Laden mit der großen Tüte in der Hand verlassen.
Doch dann war er nach Haus gekommen und hatte Antje seinen Schnäppcheneinkauf präsentiert. Die hatte ihn entsetzt angesehen, bevor sie lospolterte: „Was soll das denn sein? Ein KARIERTES Sakko?? Also wirklich, Oliver! Du bist doch keine 20 mehr. Das ist ja lächerlich.“ Er fühlte sich jetzt noch ganz klein, wenn er daran dachte.
Antje hatte ihn wie einen Schuljungen zurückgeschickt in das Geschäft, um das Jackett zurückzubringen. Dabei hatte er genau gewusst, dass er es nicht würde umtauschen können. Aber sie hatte ja – wie so oft – einfach nicht zuhören wollen. Er traute sich nicht, mit der Tüte wieder zurück nach Hause zu kommen. Kurz hatte er überlegt, die Tüte einfach in einen Mülleimer zu stopfen oder einem Obdachlosen in die Hand zu drücken, aber Antje wollte das Geld sehen. Also blieb ihm nicht anderes übrig, als es zumindest zu versuchen.
Er sah die nette Verkäuferin von vorhin. Sie klebte Etiketten auf Oberhemden, die sie nacheinander aus einem großen Karton zog und in ein Regal einsortierte. Oliver stellte sich neben sie, doch sie bemerkte ihn nicht. Er trat von einem Fuß auf den anderen und räusperte sich. „Entschuldigung!“, flüsterte er. Da drehte sie sich um.

 

 

Kunst aus Büchern

Am Sonntag habe ich ausgemusterte Bücher, Stifte, Scheren, Papierchen, Nadel und Faden in eine Tasche gestopft und bin mit ENU leicht verspätet nach Horst zum Kreativmädchen-austobe-Tag gebraust.

Dort hatten knapp 20 frühaufgestandene Frauen schon ihre Ideen und Materialien ausgebreitet. Dazu noch leise Musik, Kaffee, Kuchen, Salat, Brötchen und Aufstriche und der Pfarrsaal war der schönste Ort an diesem Sonntag.

Neben großem Hallo, einigen Wiedersehen und viel Gequatsche habe ich es tatsächlich geschafft, die Ideen und Kreationen meiner Mitstreiterinnen zu bewundern und selbst auch ein bisschen zu schnippeln, zu nähen, zu stempeln und zu malen … Meine Ergebnisse:

Genähte Hängeobjekte

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Bildobjekte – eines davon hat es nicht bis nach Hause geschafft, sondern wurde gleich vor Ort von Herzen verschenkt:

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Mit begeisterungsgroßen Augen und ein bisschen Gejammer konnte ich meine Freundin Jessica dann noch davon überzeugen, mir dieses wundervolle Notizbuch mit dem charmanten Rotkehlchen zu kreieren. Ist es nicht toll??? Danköööö, Jessica! :-*

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Und irgendwie war es dann viel zu schnell schon 18 Uhr und wir packten unseren ganzen Krempel wieder ein  …

Aber damit war der Tag noch nicht vorbei: Abgerundet wurde der wunderbare Sonntag von einer kleinen Grill-Session und einer Weiterbildung in Sachen Filmgeschichte – Blade Runner. Man sagt, ich habe es nötig …

Mal andersrum …

In meinem Online-Workshop geht es diese Woche um Perspektiven. Aus diesem Anlass mal ein kleiner Blick durch das Schlüsselloch auf meinen Text …

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Ich war noch eben in den neuen Supermarkt in der Starmyri geeilt, um ein paar Dinge für das Abendessen zu besorgen. Dass es Einar auch bloß so furchtbar spät eingefallen war, heute mit seiner neuen Freundin zum Abendessen zu kommen.
Schwer trug ich an den beiden gut gefüllten Einkaufstüten, meine Finger schmerzten und der Wind wehte mir scharf eisige Tropfen ins Gesicht. Ich sehnte mich nach einer Tasse heißem Tee. Der Gedanke daran ließ mich gleich schneller gehen und ich entschied mich für die Abkürzung über den großen Parkplatz. Wie viel Zeit hatte ich noch bis Einar kam? Ich wusste es nicht. Aber viel konnte es nicht sein.


Ich drängte mich zwischen zwei viel zu eng nebeneinander geparkten Wagen hindurch. Da fiel mein Blick auf einen alten, ungepflegten Kombi, der mitten auf dem Parkplatz stand und vibrierend riesige Wolken von blauen Abgasen in die Luft pustete. Die Fenster waren stark beschlagen und ich konnte niemanden im Innenraum erkennen. Saß da überhaupt jemand im Auto? Ich schüttelte den Kopf. Wie konnte man nur die Umwelt so sinnlos verschmutzen?
Von einem plötzlichen Impuls gesteuert, lief ich quer über den Platz, räusperte mich und klopfte an die Fahrerscheibe. Zu meiner Überraschung kurbelte eine junge blonde Frau mit müden Augen das Fenster herunter.
„Du weißt aber schon, dass das eine furchtbare Umweltverschmutzung ist, den Motor die ganze Zeit laufen zu lassen, mein Kind.“ Ich holte noch einmal tief Luft. „Du musst den Wagen auch mal in die Werkstatt bringen, da kommt ja ganz blauer Rauch aus dem Auspuff“, rief ich so laut ich konnte in das Auto hinein.
Statt sich zu entschuldigen und den Motor auszustellen, sah mich das Mädchen wütend an und beugte sich weit aus dem Fenster.
„Wie ich sehe, benutzt du Einkaufstüten aus Plastik. Ich für meinen Teil nehme immer nur wiederverwendbare Taschen, du weißt schon, diese Fairtrade-Jutebeutel. Also bist du genau so für die Umweltverschmutzung verantwortlich wie ich. Den Motor lasse ich auch nur laufen, so lange ich hier drinsitze, um nicht vor Kälte umzukommen. Und ich weiß selbst, dass da blauer Rauch aus meinem Auspuff rauskommt. Er verbrennt nämlich Öl.“
Ich hatte mit allem gerechnet, aber doch nicht mit einer so patzigen Antwort! Mir fiel nichts ein, was ich hätte erwidern können und so starrte ich die junge Frau an, während sie sich bemühte, die hakenden Scheiben ihres Autos möglichst schnell wieder hochzukurbeln.

Kopfschüttelnd drehte ich mich weg und überquerte den Parkplatz. Der Wind kam mir plötzlich noch eisiger vor. Ich sah auf meine Hände herab zu den Plastiktüren und wurde nachdenklich. Eigentlich hatte das Mädchen ja Recht gehabt: Plastiktüten waren auch eine Umweltverschmutzung! Schlagfertig war sie gewesen, nicht frech. Davon wollte ich Einar erzählen. Beschwingt lief ich die letzten Meter zu meinem Haus.

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Kreativmädchen-austobe-Tag

klöppeln, kwatschen, kucken! – unter dem Motto wird am nächsten Sonntag der Gemeindesaal von St. Joseph in Essen-Horst gerockt.

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All die schönen „Könnt ich ja mal selber machen“-Projekte sollen aus Schubladen und Notizbüchern gezogen und endlich umgesetzt werden!!!

Hasen ohne Gesicht Ihr könnt nähen, stricken, häkeln, malen collagieren, basteln, schneiden, kleben, zeichnen ….

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Willst Du auch dabeisein? Dann schick schnell ne Mail an meine Freundin Meggie: meggie.g@gmx.de und packe Deinen Kram zusammen!

Und hier noch mal die Eckdaten:

Sonntag, 23.03.2014; 11-18 Uhr im Pfarrsaal von St. Joseph Horst, Tossens Büschken 1, 45279 Essen

Gegen einen kleinen Obolus von 5-10 Euro gibts jede Menge Platz, Steckdosen, Kaffee und viele spannende Mädchen und Frauen, die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten gerne mit anderen teilen.

P.S. Die Klöppeleien auf den Fotos sind meine … :-D

Von Alex liest Agatha bis Zollverein

Ich bin ja nicht unbedingt ein Fan von Blogparaden, aber bei der MUSS ich dann doch mitmachen.

Meine Schreibkollegin und Freundin Birgit hat vorgeschlagen, seine eigene Stadt mit einem ABC vorzustellen und da ich ja bekennende Pottpatriotin bin, lasse ich es mir nicht nehmen, meine Heimat mit seinen schönsten Buchstaben zu zeigen. Und los gehts!

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A –  Alex liest Agatha

BBaldeneysee

CCafé Augenblick

DDe Prins

EExtraschicht

FFolkwang Museum und Filmkunsttheater

GGrugabad und Grillotheater

HHalde und Haus Scheppen

II love Stadt Essen

JJapanische Kirschbäume auf der Rü

KKrayer Rathaus und Stadtbibliothek

LLichtburg

MMahl anders und Margarethenhöhe

NNiederfeldsee

O Overbeck

PPhilharmonie und Pfingst-Open-Air

QThyssen-Krupp-Quartier

RRhein-Herne-Kanal und Ruhrschleichweg

S Stauder-Brauerei, Stadtgarten und Steile Lagerung

TTrasse

UUnperfekthaus

VVilla Hügel mit dem Hügelpark

WWeihnachtsschwimmen im Hauptbad

XNetzwerk X

Y – Ypsilon Hotel

ZZollverein und Zentralbibliothek

„Ein Verlag sticht in See – Atlantik“

Wie man weiß, tanze ich ja gerne auf allen Hochzeiten gleichzeitig, Multitasking, Patchwork und so …

Und so bin ich in einer meiner „Nebenexistenzen“ ja auch noch mit Leib, Seele und vor allem Leidenschaft eines: Buchhändlerin! Neben den alltäglichen Dingen, wie Bücherkisten ein- und auspacken, Kunden beraten, Schaufenster dekorieren und Neuentdeckungen mit anderen teilen, gibt es dann und wann besondere Highlights, wie exklusive Veranstaltungen von Verlagen zu denen man eingeladen wird.

Diesmal musste ich auch gar nicht weit fahren. Direkt hier „umme Ecke“, in die wunderbare Zweibar hatte der Verlag Hoffmann & Campe zur Präsentation seines (ich habe leider vergessen, welchen wunderschönen maritimen Begriff Markus Klose von HoCa benutzt hat und schäme mich angemessen …) neuen Sproßes, dem Atlantik-Verlag, eingeladen.

Die Vorschau von Atlantik hatte mir schon gut gefallen, und nicht nur, weil sie 84, Charing Cross Road von Helene Hanff in einer wunderschön gebundenen Ausgabe neu auflegen (obwohl das Taschenbuch noch lieferbar ist!).
Als besondere Großartigkeit war schon auf der Einladung der wunderbare Ulrich Wickert mit einer Lesung aus seinem neuesten Krimi und der amerikanische Debüt-Autor Justin Go angekündigt worden. Über letzteren habe ich mich besonders gefreut, denn seinen Roman Der stete Lauf der Stunden, der heute erscheint, habe ich voller Begeisertung und Bewunderung verschlungen. Tolles Buch und groooße Lesempfehlung von mir!!!

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Es war ein feiner Abend unter Buchmenschen so wie es sich gehört: spannende Lesungen, gutes Essen, leckerer Wein und lustige Gespräche!
Ganz nebenbei hatte der Verlag auch noch „ein paar“ Bücher mitgebracht, sodass eigentlich alle gut gefüllte hübsche Leinentaschen nach Hause trugen.

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