Gelesen im Dezember 2015

Soeben habe ich die letzten Zeilen meines letzten Buches für dieses Jahr gelesen. Es war ein gutes Lesejahr mit vielen spannenden Titeln – ich kann mich nicht beschweren!
Und jetzt hat für mich auch wieder die schönste Phase des Jahres begonnen – die des Vorablesens. Zweimal im Jahr verschicken die Verlage Leseexemplare der Neuerscheinungen an die Buchhandlungen, die danach ihren Einkauf entscheiden. Auch wenn ich vor einem halben Jahr das Buchhandelshandtuch nun vermutlich endgültig geschmissen habe, gehöre ich immer noch ein bisschen zur „Familie“, fungiere als Vorableserin und teile meine Einschätzungen mit den Buchhändlerinnen, die allein sowieso nicht alles lesen können. Da komme ich ihnen als Schnellleserin gerade recht. Das ist also ein guter Deal für beide Seiten!

Deshalb sind in diesem Monat auch wieder einige Bücher nur mit Titel und ohne Zusammenfassung und Beurteilung auf meiner Liste. Die Infos reiche ich dann nach, sobald die Bücher auf dem Markt sind – vorher könntet Ihr sie ja sowieso nicht kaufen! ;-)

In den nächsten Tagen liefer ich dann auch noch das Gesamtfazit meines persönlichen Lesejahres 2015 nach – mal schauen, ob ich mich dieses Mal mit mir selbst auf ausgesprochene Lieblingsbücher einigen kann … das ist ja oft das Schwerste!

Die Dezember-Bücher und eine kleine Dezember-Bilderauswahl:

 

Stefan Moster: Neringa. Oder die andere Art der Heimkehr. Mare ET: 9. Februar 2016

Donatella Di Pietrantonio: Bella mia. Kunstmann. ET 17.2.2016

Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich. Kiepenheuer & Witsch
Kann einer, der von sich selbst sagt, er hat in seinem Leben noch nicht viel gelesen, einer, der seit Jahren schon den Buchvertrag unerfüllt in der Schublade liegen hat, kann so einer ein gutes Buch schreiben?
Ja, kann er! Ich schätze Thees Uhlmann als Musiker sehr. Ich mag, dass er bei seinen Konzerten alles gibt, zwischendurch gern mal minutenlang was erzählt. All das kann er. Und schreiben kann er auch. Eine skurril-banale Geschichte mit sehr fantastischen Elementen ist ihm da gelungen.
Das Lektorat muss trotzdem sehr gut gewesen sein. Auf Anhieb einen Roman aus der Hüfte zu schießen, ohne Wissen um das Handwerkszeug ist schwer bis unmöglich. Dieser Roman ist rund. Gleichzeitig habe ich die ganze Zeit Thees im Ohr gehabt. Es ist sein Ton, seine Stimme, die aus jeder Zeile spricht. Und es macht großen Spaß zu lesen. Wer die Bücher von Uhlmanns Labelkollegen und Freund Sven Regener gelesen hat, fühlt sich zeitweise erinnert – im Ton, in der Skurrilität. Es ist ein schönes Wiedererkennen.
Bei allem Lob muss ich auch „zugeben“, dass das hier keine „große Literatur“ ist, aber das macht gar nix und schmälert den Lesespaß kein bisschen!

Jane Gardam: Eine treue Frau. Hanser ET 9. Mai 2016

Pierre Jarawan: Am Ende bleiben die Zedern. Berlin Verlag ET: 1. März 2016

Birgit Ebbert: Schneewalzer
Ein netter, kleiner, feiner Regionalkrimi aus Hagen. Die Bezeichnung „Weihnachtskrimi“, den der Verlag aufs Cover gedruckt hat, empfinde ich als nicht passend. So rein weihnachtlich ist er nämlich nicht, man kann ihn auch gut danach noch lesen – so wie ich. Dass die Protagonistin Krimibuchhändlerin ist, hat mich natürlich sofort um den Finger gewickelt, aber auch die anderen verschrobenen Persönlichkeiten haben sich schnell in mein Herz geschlichen. Einen gemütlichen Nachmittag später hatte ich den Krimi leider schon ausgelesen. Aber Birgit hat ja noch mehr geschrieben.

Isabel Bogdan: Der Pfau. Kiepenheuer&Witsch ET: 18.2.2016

So, und jetzt gehe ich erstmal Silvester feiern. 2016 wird auf jeden Fall aufregend und sehr umwälzend. Es wird eine riesengroße Veränderung in meinem Leben geben, die sich auf alle Lebensbereiche auswirkt. Fangen wir’s an! – Kommt gut rein!

Gelesen im November 2015

IMG_0607[1]
Kai Strittmatter: Gebrauchsanweisung für Istanbul.
Den Titel habe ich in Vorbereitung auf meine vorerst letzte größere Reise gelesen. Über die Reihe hatte ich bisher nur Gutes gehört, aber offenbar bin ich der falsche Leser dafür. Mir hat das Buch gar nicht gefallen. Erst bin ich nicht hineingekommen, dann habe ich ein bisschen quergelesen, um irgendwo „festzuhaken“, aber auch das hat nicht geholfen. Und das, obwohl der Themenmix aus Historie und türkischem Alltag so vielversprechend ist.

Viel, viel besser gefallen hat mir da:

Cornelia Tomerius: Ein Jahr in Istanbul.
Die Reihe mit dem vielversprechenden Untertitel „Reise in den Alltag“ bietet einen Mix aus Roman, Sachbuch und Reiseführer. Auch wenn mir der Band nicht so gut gefallen hat wie der Amsterdam-Titel, so hab ich ihn doch mit viel Freude und so einigen Erkenntnissen gelesen. Istanbul ist aber auch einfach eine aufregende Stadt, die so irrsinnig groß ist, dass man sie nur schwer erfassen kann – zumindest nicht innerhalb von ein paar Tagen. Für mich steht schon fest, dass ich unbedingt mindestens noch einmal zurückkommen will – und nicht nur, weil es dort eine schöne deutsche Buchhandlung mit sehr gemütlichem Café-Teil gibt …

Vanessa Diffenbaugh: Weil wir Flügel haben. Limes ET 10.5.2015

Maryrose Wood: Das Geheimnis von Ashton Place. Wild währt am längsten.
Was habe ich schon dringend gewartet auf den vierten Band dieser tollen Kinderbuchreihe. Ein bisschen skurrile englische Literatur, eine ordentliche Portion Spannung und Verrücktheit machen den Mix aus. Und das Beste ist: Die Reihe lässt an Qualität und Spannung einfach nicht nach! Ich bin jetzt neugieriger als je zuvor auf die Auflösung des Geheimnisses vom Ashton Place und auf den Bruch des Fluchs. Denn, dass die Gouvernante Penelope dem zusammen mit ihren drei Schützlingen immer mehr auf die Spur kommt, daran zweifel ich nicht. So eine tolle Reihe!!!

Katharina Peters: Bernstein Mord
Ein netter, harmloser, deutscher Krimi für zwischendurch. Ich habe mich an der Darstellung der Jugendlichen und deren Sprache etwas gestört. Der Rest war ganz nett.

Ryan Winfield: Eine Melodie für dich. Blanvalet ET OKT 2016

Ted Staunton: Who am I not
Sehr spannender Jugendroman über einen Jungen, mit dem es das Leben nicht so gut meinte. Nach einigen schwierigen Jahren in verschiedenen Pflegefamilien landet der Junge bei einem Betrüger, mit dem er durchs Land reist und „Nummern dreht“. Harley behandelt ihn gut und ist als erster Mensch wirklich nett zu ihm – auch wenn er ihn ausnutzt. Als Harley bei einem „Ding“ draufgeht, klaut sich der Junge, der ständig den Namen wechselt, die Identität eines 2 Jahre zuvor verschwundenen Jungen und wird dort als der große Rückkehrer gefeiert. Es dauert nicht lang, bis klar wird, dass in der Familie gehörig was nicht stimmt, und dann taucht auch noch die hübsche und schüchterne Gillian auf …
Toll geschriebenes Buch, das mich in meiner Leidenschaft für Jugendbücher mal wieder bestärkt.

Ursula Poznanski: Stimmen
Ein superspannender Krimi rund um eine Verbrechensserie in einer (fiktiven) psychiatrischen Einrichtung. Extrem gut konstruiert und nicht vorhersehbar mit gut gezeichneten Charakteren. Ich halte mich ja meistens für einen Krimi-Nichtleser. Aber hier habe ich meine Meinung geändert und will so schnell es geht mehr lesen von Ursula Poznanski!

Istanbul

Das Wochenende, an dem die ganze (europäische) Welt aus Furcht, Schock und Ungläubigkeit wegen der Anschläge in Paris erstarrte, verbrachte ich in Istanbul.  Bis jetzt konnte ich mich nicht dazu durchringen, darüber einen lustig-fluffigen Reisepost zu verfassen und kann das auch jetzt nicht.

Aber ein paar Fotos möchte ich gern zeigen, die einen kleinen Eindruck dieser unglaublichen Stadt voller Gegensätze und Widersprüche ermöglichen.