Der Hund ist zu Besuch

Der Hund ist zu Besuch.
Er kommt jeden Mittwoch, wenn das Baby mit seiner Mutter schwimmen geht.

Es ist immer aufregend für den Hund, für die Katzen und auch für mich. Der Hund soll nicht an das Katzenfutter, die Katzen sollen den Hund nicht hauen. Das versucht aber nur der Hellgraue. Der Dunkelgraue will lieber kuscheln. Mit dem Hund. Aber der versteht das nicht und möchte das auch nicht.

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Katzen findet er gruselig. Nur die kleine Getigerte nicht. Die hat nämlich Angst vor ihm und deshalb ist er da dann groß und stark, obwohl er kaum doppelt so viel wiegt wie sie.
Die Getigerte ist schlau. Wenn der Hund da ist, schläft sie verborgen vom Vorhang auf der Schlafzimmerfensterbank.

Manchmal hauen sich der Hellgraue und der Dunkelgraue. Reißen sich Fell aus, fauchen und kreischen. Dann bekommt der Hund Angst und springt mir auf den Schoß. Damit will er nämlich nix zu tun haben! Das ist nicht schlimm und meistens ein bisschen lustig.

Wenn ich nicht gerade hochprofessionell per Skype mit einem Kunden spreche. Aber auch das passiert.

 

Alltag

Klopapier ist alle. Jetzt muss ich doch noch raus und einkaufen. Die Katzen werden es mir danken. Futter ist nämlich auch nicht mehr da. Also los. Ich schau an mir runter. So kann ich das Haus nicht verlassen. Leggins mit Loch im Knie. Ich hab die Kontrolle über mein Leben verloren!

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Vor dem Leergutautomaten eine Schlange. Das Display blinkt rot. Schweigend reih ich mich ein und warte. Vor mir steht einer, der mich unangenehm an den Möblierten erinnert. Er hibbelt rum und hat die Hände voll mit einem Blumenstrauß und Papiertüten. Auf seinem Rücken ein Wanderrucksack und an seinen Knöcheln so ein Neonfahrradgummiband. Abgeben will er nur eine leere Wasserflasche und die fällt ihm jetzt runter. Er hat die Hände so voll, dass er alles einzeln auf den Boden stellen muss, um sie aufzuheben. Ich sammel die Flasche nicht auf und ärger mich gleichzeitig darüber. Aber ich kann ihm nicht helfen. Das bring ich nicht über mich.

Ich mache Bekanntschaft mit dem älteren Ehepaar hinter mir. – Ja, es wurde schon nach einem Mitarbeiter geklingelt. – Nein, es ist noch keiner gekommen. Der Mann wird ungeduldig und klingelt trotzdem. Der erste in der Schlange – ein südländisch aussehender Mann mit einem Stapel leerer Bierkästen und einem Jungen an der Hand – weist ihn darauf hin, dass er schon geklingelt hat. – Pardon!
Mir wird warm. Schweiß rinnt mir den Rücken hinunter. Nebenbei lerne ich das Sortiment vom Bäcker nebenan auswendig und höre den Gesprächen zu. – Einen Frischhaltebeutel dazu? – Nein, das wird gleich schon verputzt. – Gelächter.

Endlich kommt jemand. Verschwindet nach hinten und römpelt mit den leeren Einweg-Plastikflaschen herum. Das rote Licht leuchtet noch immer. Der möblierte Zwilling verlässt seinen Platz und geht in den Supermarkt.
Ein junger Mann kommt aus dem Leerguthäuschen heraus, geht wieder hinein – nichts geht. Er holt Hilfe. Der Graugesträhnte, der sonst immer die Einkaufswagen zusammenschiebt, kommt. Es hilft nichts. Ein weiterer Mitarbeiter verlässt sein Kassenschiff. Seine Kollegin schimpft ihm hinterher. Auch zu dritt kommen sie nicht weiter.

Der möblierte Zwilling kommt mit einer neugekauften Wasserflasche zurück. Er stellt sich vor mich, wedelt mit der leeren Flasche. Darf ich? – Ja, Sie standen dort doch gerade schon. – Ja, aber ist denn noch nichts passiert? – Würde ich dann hier noch stehen? Obwohl ich so bösartig bin, lächelt er mich an. Das macht mich aggressiv. Ich stelle mir vor, wie ich ihm seine volle Wasserflasche über den Schädel ziehe. Mache ich natürlich nicht. Zum Glück geht es endlich weiter. Der Graugesträhnte hat es geschafft.

Jetzt nur nicht vergessen,  Katzenfutter zu kaufen. Das ist mir letzte Woche nämlich schon passiert. Das gab Ärger. Sehr.

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Die Pott’sche Hauptschlagader

Jeder hier im Pott kennt – und hasst – sie, die A40. Gequetscht zwischen schmale Häuserschluchten schlängelt sie sich als „Ruhrschnellweg“ quer durch das ganze Ruhrgebiet. Direkt daneben wohnen mag keiner – manche müssens aber, und noch viele mehr müssen sich Tag für Tag in Blechkolonnen über die vier Spuren schieben.

Was hatten wir alle für eine Panik, als sie im Sommer 2013 wegen wichtiger Sanierungsarbeiten wochenlang gesperrt werden musste?! Verkehrschaos! Kollaps! – Am Ende war es dann doch gar nicht so schlimm … Hauptsächlich hat man die Sperrung deshalb bemerkt, weil das monotone Grundrauschen fehlte. Und das war zu verschmerzen.

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Für das Jahr, in dem der Pott Kulturhauptstadt war, hatte man sich für die 40 was ganz Besonderes überlegt: Einen ganzen sonnigen Sonntag lang latschten/radelten/inlinerten alle übern Ruhrschleichweg!
Und ich war dabei, mit nem Haufen Herzensmenschen und KöPi ausser Dose. Wat war dat schön!!!
Das war übrigens das Wochenende, an dem ich dem Pott meine ewige Liebe geschworen und entschieden habe, die Plörren im Schwarzwald hinzuschmeißen, um zurückzukommen! Wirklich. Und ja: Es war tatsächlich so schlimm pathetisch wie es jetzt klingt!

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Frank Goosen hat dieses geschichtsträchtige Wochenende übrigens zum Spielort seines Romans Sommerfest (Sommer, Bochumer Lokalkollorit, Fußball … Lesen!) gemacht. Also, nicht mein Entscheidungswochenende, sondern das Projekt Still-Leben … is ja klar!

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Habt Ihr gemerkt? … Wenns um die 40 geht, bin ich ein bissken emotional.
Dann seid Ihr ja eingestimmt:
Heute habe ich nämlich Post bekommen. Ausnahmsweise mal keine Rechnungen oder rosa Schlüpper, sondern eine postpoetry-Postkarte! Aber nicht IRGENDEINE, sondern eine mit einem Poem von Walter Wehner. Für alle die ihn (schändlicherweise) nicht kennen: ein prima Autor, der nicht nur aus Essen stammt, sondern auch feine Krimis schreibt … und dann hat er 2002 auch noch zusammen mit Dirk Hallenberger, bei dem ich an der Uni Essen Literaturwissenschaften studiert habe, einen literarischen Stadtführer über Essen veröffentlicht. – Aber ich schweife ab!

Hier mal die Postkarte:

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Und wer sich jetzt fragt, was das mit der A40 zu tun hat, der kommt wohl nicht aussem Pott.
Die „autobahn zwischen huttrop und kray“ ist natürlich der Ruhrschleichweg, klar. Und es ist genau der Abschnitt, der da oben auf meinen Schnappschüssen zu sehen ist – nur ohne „littauische trucks“.

Und wenn man die 40 dann weiter in Richtung Bochum brettert, kommt man bald am D&W-Autocenter vorbei. Und davon singt Thees Uhlmann:

 

Auf Kohle geboren und mit Schulden gelebt,
quält er sich im Stau über den Ruhrschnellweg.
Dies ist seine Wiege und dies wird sein Grab.
Am D&W-Autocenter fährt er dann ab.

Bei dem Konzert im FZW in Dortmund war ich natürlich auch. Is ja klar!

Ach, und worum es eigentlich in diesem Post gehen sollte: Birgit Ebbert hat eine spannende Blog-Aktion um die postpoetry-Postkarten gestartet.
Die Kurve hab ich jetzt gaaaaaanz knapp irgendwie noch gekriegt, oder? :-D

 

Deppenapostroph und Vollhorstkomma

Ich mag die deutsche Rechtschreibung. Auch wenn ich mich mit so manchen Kleinigkeiten, die sich mit der Rechtschreibreform vor bald – räusper – 20 Jahren geändert haben, noch immer nicht anfreunden kann.

Und ich mag es, wenn man richtig schreibt. Mit Kommas und so. Auch in SMS und WhatsApp-Nachrichten! Manchmal mag ich deshalb geradezu militant wirken. Aber das macht mir nichts aus. Falsch ist nun mal falsch und Kommas helfen tatsächlich, Sinnzusammenhänge zu erfassen. Isso!

Im Zeughaus Leipzig

Noch mehr als zu wenige Kommas und zu viele Adjekte (Das ist noch so ne Pest! Viel hilft nicht viel.) provozieren mich Deppenapostrophe und Vollhorstkommas.

Den Deppenapostroph kennt Ihr alle von Ladenbeschilderungen wie „Tanne’s Büdchen“, Günther’s Frittenstube“ oder „Kevin’s Fußball Shop“. Und ja: Vor über hundert Jahren durfte man so schreiben und es war richtig. Aber jetzt NICHT mehr. Ehrlich!!! Es gibt auch eine richtig tolle Website über diese Unart mit zahlreichen Beispielen: Website.

Und wer sich jetzt fragt, wie es richtig geht. Der Duden weiß es.

Tja, und dann diese Vollhorstkommas … Sie sind oft im Fuß von Briefen und E-Mails zu finden:

Liebe Grüße,
Stefanie

oder

Mit freundlichen Grüßen,
Cecilie Blaustrumpf

Und nein: Nur weil es zum Beispiel im englisch- oder niederländischsprachigen Raum richtig ist, wird es das im Deutschen nicht richtiger. Ehrlich!

Lasst die Kommas da mal schön weg und setzt sie woanders hin! Dann wird alles gut.

Neues vom Flummimädchen

Das Flummimädchen kommt zwar langsam aus dem Flummialter raus, den Spitznamen wird die Kleine aber wohl nicht mehr los.

Dafür hopst und springt sie auch immer noch zu viel durch die Butze. Wobei – es gibt auch ruhige Momente, fast schon meditative:

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Und Yoga ist Flummis größtes Hobby!

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Aber die Kleine bekommt natürlich auch eine ordentliche Ausbildung – ist ja klar! Lesen, schreiben, tippen.

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Auch aufräumen zählt zu ihrem Tätigkeitsspektrum … na gut, wir üben noch.

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Und wenn alles erledigt ist, muss das Flummimädchen sich ganz unbedingt und dringend ausruhen.

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Da würd ich mich doch gerne dazulegen … wüsste ich nicht, dass sie sofort anfängt, zu spielen – natürlich mit Krallen.

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Haaaach, kleiner Flummi!

Die heilige Familie ist zerbrochen …

Einfach so.
Es war nicht vorhersehbar.
Und ich war auch nicht schuld – Ehrenwort.

Gestern öffnete ich Ommas Geschirrschrank und wollte diesen, meinen allerliebsten Lieblingsteller rausnehmen und er war durchgebrochen.
Genau in der Mitte.
Da!

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Jetzt gehe ich mal los und kaufe Porzellankleber … hoffentlich hilfts. Denn (fast) alles schmeckt gut, wenn es von diesem Tellerchen gegessen wird.