Gelesen im Juni 2016

Man kann ja auch einfach mal vier Wochen für ein Buch brauchen. Auch als buecherprinzessin …

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Joël Dicker: Die Geschichte der Baltimores.

Was habe ich auf dieses Buch hingefiebert! Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert hat mich so begeistert und verzaubert, dass ich es – damals noch im Buchhandel tätig – stapelweise empfohlen und verkauft habe. Ein so gut durchkomponiertes, ein so spannendes, so schönes Buch, das ich einfach nur verschlungen habe! Auch weil man so viel über den US-amerikanischen Buchmarkt erfährt.
Dagegen stinkt Die Geschichte der Baltimores echt ab. Das muss ich so ehrlich sagen. Möglicherweise liegt es daran, dass die Übersetzer nun andere sind. Die Sprache ist nämlich definitiv eine andere. Ich empfinde sie „platter“. Ich kann das nicht so gut beschreiben, was ich damit meine. Jedenfalls ist sie weniger ausgefeilt als bei Harry Quebert. Aber auch inhaltlich sind die Baltimores von anderem Kaliber. Der Protagonist – Marcus Goldman – ist in beiden Büchern derselbe und dennoch haben die Romane so wenig gemein. Hier erzählt Marcus Goldman in Rückblicken die Geschichte seiner Cousins, die tragisch endet, wie der Leser gleich zu Beginn durch kryptische Andeutungen erfährt.

Was mich besonders genervt hat beim Lesen der Baltimores waren diese ständigen Vorausdeutungen, wie „Da wusste ich noch nicht, was einmal geschehen würde!“ So etwas mag ich einfach nicht und empfinde es persönlich als „billiges“ stilistisches Mittel, das mich kein bisschen neugierig macht.

Mein Fazit ist dennoch, dass es eine interessante Geschichte ist, die man z.B. im Urlaub mal gut „wegschmökern“ kann. Leider ist es für mich aber nicht mehr.