Gelesen im September 2019

imag0978.jpg

Karen Köhler: Miroloi. Hanser, 2019. Ein schmerzvoller Roman, der mich mit einer unglaublichen Sogkraft gepackt hat. Auf einer fiktiven und ortlosen Insel (die man als Leser dennoch in Griechenland verortet) lebt eine in sich geschlossene Dorf-Gesellschaft mit eigenen Göttern, eigenen rückwärtgewandte Regeln, ohne Strom und ohne die Annehmlichkeiten moderner Technik. Aus Perspektive einer geduldeten Außenseiterin steigt der Leser in diese eigenartige Welt ein, entdeckt zahlreiche Parallelen zu historischen Ereignissen, leidet, hasst, liebt, ist fassungslos und vergießt vielleicht die ein oder andere Träne. In vielen Rezensionen verrissen, aus Gründen, die ich durchaus nachvollziehen kann, bin ich dennoch gefangen von diesem großartigen Buch und empfehle die Lektüre!

Mercé Rodoreda: Der Garten über dem Meer. Übersetzt von Kirsten Brandt, Berlin Verlag, 2016. – Das Buch habe ich mit „Marias Lesekreis“ auf Instagram gelesen, einem online Lesekreis, den die Berliner Buchhändlerin Maria Piwowarski gegründet hat. Der in den 1960ern geschriebene Roman der spanischen Schriftstellerin spielt in den 1920er-Jahren in einem Küstenort, nicht weit entfernt von Barcelona. Gemeinsam mit dem Ich-Erzähler, dem Gärtner eines herrschaftlichen Sommerhauses, beobachtet der Leser über sechs Sommer hinweg das Leben kleinen Kreis wohlhabender junger Menschen. Es werden Vergleiche mit der Welt des großen Gatsbys herangezogen. – Ich muss die Leseerfahrung noch sacken lassen. Die sanft dahinplätschernde Handlung (ist es überhaupt eine?), die leichten Verwicklungen und Mutmaßungen, die sanften Andeutungen, die verbergend-beobachtende, behutsame Sprache … So richtig hatte mich der Roman nicht gepackt, aber ich habe die leise Ahnung, dass er mich so schnell nicht wieder loslassen wird …

J. K. Rowling: Harry Potter und der Gefangene von Askaban. Übersetzt von Klaus Fritz, Carlsen Verlag 1999. – Der Herbst ist Harry-Potter-Lesezeit!

Tomas Espedal: Wider die Natur. Übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel, Matthes & Seitz Berlin 2014.  – Zur Vorbereitung auf das diesjährige Buchmessen-Gastland Norwegen habe ich dieses Bich gelesen, das treffenderweise den Untertitel „Die Notizbücher“ trägt. Ich habe keinen rechten ZUgang gefunden zu diesen wohformulierten Worten. Vielleicht war es einfach dre falsche Zeitpunkt für mich, zu diesem Büchlein zu greifen. Ich lege es ins Regal und werde voraussichtlich zu einem späteresn Zeitpunkt noch mal einen Versuch starten.