Gelesen im Januar 2020

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Sally Rooney: Gespräche mit Freunden. übersetzt von Zoe Beck. Luchterhand 2019. | Zutiefst (Zwischen-)Menschliches. Die Suche nach Liebe, der Wunsch nach Anerkennung und Zuwendung. Härte und Hintergehen. Unehrlichkeit, Geheimisse. Freundschaft. Heuchelei.

Rachel Cusk: Lebenswerk. Über das Mutterwerden. übersetzt von Eva Bonné. Suhrkamp 2019. | Ein echter, authentischer, aber auch sehr literarischer Einblick in die Gefühle rund um das Mutterwerden und Muttersein. Ohne Euphemismen. Besonders reizvoll fand ich die Lektüre anschließend an Rachel Cusks andere Bücher, z. B. Transit.

Miralda Colombo: Helden-Atlas. 101 Frauen und Männer, die die Welt verändert haben. Illustriert von Ilaria Faccioli, übersetzt von Dr. Ulrike Schimming und Eva Baumgart-Catania. Midas Verlag 2019. | Rezensionsexemplar | Der Helden-Atlas ist ein wunderschönes Bilderbuch im Großformat mit farbenfrohen, tollen Illustrationen und vielen kurzweiligen und unterhaltsamen Textschnipseln (Ich bin …, Mein Motto, Meine Geschichte) über 101 bedeutenden Personen der Weltgeschichte. Die Titelformulierung finde ich etwas naja … Es drängt sich die Frage auf, was denn überhaupt Helden sind, und ob wirklich alle vorgestellten Personen diesen Kriterien entsprechen … Aber das mal beiseite gelassen ist es ein richtig schönes Schmökerbuch für Kinder ab dem Vorschulalter bis zur weiterführenden Schule und auch als Erwachsene*r lernt man noch eine Menge! Und auch die Dreieinhalbjährige hat schon viel Spaß an dem Buch. Frida Kahlo hat sie gleich erkannt (siehe oben).
Der Inhalt ist strukturiert in sechs Kapitel: Künstler, Genies, Schriftsteller, Vordenker, Mutige und Visionäre. Als Auftakt der Kapitel gibt es immer eine Weltkarte mit Porträts, auf der sich ablesen lässt, woher die Porträtierten stammen. Richtig gut gefällt mir, wie viele Frauen hier proträtiert werden! – Auch wenn das eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Tupoka Ogette: exit RACISM. Rassismuskritisch denken lernen. Unrast Verlag 2019. | Eine absolute Leseempfehlung! Rassismus ist kein Einzelfall. Rassismus ist gesellschaftlich und anerzogen. Ihn zu sehen und sich bewusst und sensibel dagegen zu positionieren ist eine große Herausforderung. Wer will schon gern rassistisch handeln? Dass wir alle es viel zu oft tun, weiß man spätestens nach der Lektüre dieses Buches. Mit vielen Weiterlese- und Video-Tipps.