Eilika Mühlenberg: Katzen mit Haus

Das Bilderbuch steht schon einige Jahre in meinem Regal. Ich hatte es mal aus einem Impuls – „Oh, ein Katzenbilderbuch, in dem es um die Bedürfnisse von Katzen geht! Das brauche ich.“ – gekauft. Vor ein paar Tagen entdeckte das Kind es und seitdem heißt es Tag für Tag: „Mehr Katzen!!!“ Also schauen wir uns immer wieder die schönen, ausdrucksstarken und auf das Wesentliche reduzierten Bilder an und ich lese die Geschichte vor.

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Der Plot ist schnell erzählt: Zwei Katzen leben mit einem alten Ehepaar in dem Haus mit Garten und  bleiben dort wohnen, als das Paar wegzieht und eine Familie mit zwei Kindern einzieht. Katzen mit Haus eben! Am Anfang holpert es ziemlich im gemeinsamen Zusammenleben und vor allem die Mutter hat ihre Schwierigkeiten mit den Katzen, die plötzlich überall auftauchen und alte Gewohnheiten – auf dem Küchenschrank sitzen, im Obergeschoss schlafen – beibehalten möchten. Die Kinder werben um Verständnis für die Micki und Mau („Mama, du hast ihnen Angst gemacht.“) und auch der Vater bemüht sich, Lösungen zu finden, die für alle – Menschen und Katzen – passen.

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Leider kommt die Mutter im Buch nicht so gut weg. Sie ist genervt von den Katzen, während sich die anderen Familienmitglieder von Anfang an einlassen auf das Zusammenleben. Aber so ist das eben: Jeder ist anders.

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Was das Buch für mich so zauberhaft und liebenswert macht: Jeder ist wichtig – Menschen wie Tiere. Und zusammen findet die Familie gute Lösungen und einem schönen, gemeinsamen Leben steht nichts mehr im Weg: Teppichreste vor der Katzenklappe sorgen für saubere Katzenfüße und ein sauberes Sofa, Kissen auf den Fensterbänken schaffen neue Lieblingsplätze für Micki und Mau und die Mutter öffnet ihr Herz für die beiden.

Auf der letzten Seite im Buch liegen alle gemeinsam im großen Familienbett und kuscheln sich aneinander. „Schnurren ist besser als Schnarchen“, sagt die Mutter. Diese Seite mag das Kind besonders, wahrscheinlich weil sie sehr an unser Zuhause erinnert.

Eilika Mühlenberg: Katzen mit Haus. Atlantis 2013.

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Gelesen im Februar 2018

  1. Agnes-Margarethe Bjorvand, übersetzt von Neele Bösche, illustriert von Lisa Aisato: Astrid Lindgren – Ihre fantastische Geschichte. Woow Books, 2018.
  2. Simon Strauss: Sieben Nächte. Blumenber, 2017.
  3. Kirsten Fuchs: Mädchenmeute. Rowohlt, 2015.
  4. Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore I. Eine Idee erscheint. Dumont, 2018.