Gelesen Januar 2019

img_4754

 

Mary McCarthy: Die Clique. Mit einem Vorwort von Candace Bushnell. Übersetzt von Ursula von Zedlitz. btb Verlag, 2017. – Ein spannendes und trotz seines Alters (es ist 1963 erstmals erschienen) im Grunde aktuelles Buch, das auf der Folie des gesellschaftlichen Lebens im New York der 1930er-Jahre Vereinbarkeit zum Thema hat. „Das Problem, das keinen Namen hat“, wie Candace Bushnell (oh, wie liebe ich Bridget Jones 💕) in ihrem tollen Vorwort die Feministin Betty Friedan zitiert.

Michelle Obama: Becoming. Meine Geschichte. Übersetzt von Herriet Fricke, Tanja Handels, Elke Link, Andrea O’Brien, Jan Schönherr, Henriette Zeltner. Goldmann, 2018. – Die spannende Biografie einer klugen, empathischen und starken Frau. Mir hat insbesondere die erste Häfte richtig gut gefallen, in der man in Michelle Obamas Kindheit hineinschnuppert und ihren Weg von der Chicagoer South Side in eine große Anwaltskanzlei in der City verfolgen kann. Interessant im zweiten und dritten Teil fand ich insbesondere die Einblicke in das politische System der USA. Ich hatte mich theoretisch damit in meinem Studium mal befasst. Einen Einblick von „der anderen Seite“ und aus dem echten Leben zu lesen, fühlt sich dann aber noch mal ganz anders an, als der Blick auf die Theorie. Eine ermutigende Biografie einer starken Frau!

Mely Kuyak: Haltung. Ein Essay gegen das Lautsein. Duden, 2018. – Ein kluger dichter Text über den Umgang mit Antidemokraten und die Frage, was es eigentlich bedeutet, Haltung zu zeigen. Augenöffnend.

Werbeanzeigen

Gelesen Dezember 2018

IMG_4340

Heidemarie Brosche: Mein Kind ist genau richtig, wie es ist. Kösel, 2018. (Zauberhaftes Ermutigungsbuch, das den Fokus auf das Wesentliche lenkt!)

Lena Kuhlmann: Psyche? Hat doch jeder! Eden Books, 2018. (Kurzweiliger Ein- und Überblick über die Psyche, psychische Erkrankungen, Psychopharmaka, Psychotherapie und die Arbeit und Ausbildung von Psychotherapeuten)

Elisabeth Borchers: Nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Ein Fragment. weissbooks, 2018.

Martha Schad: Die berühmtesten Frauen der Weltgeschichte. Von der Antike bis zm 17. Jahrhundert. marixverlag, 2007.

Carlos María Domínguez: Das Papierhaus. Übersetzt von Elisabeth Müller, illustriert von Jörg Hülsmann, Insel Verlag, 2018. (Klaines feines, zauberhaft-überraschendes Buch über die Liebe zur Literatur. Die Formulierungen sind wie Samt und Seide …)

Zwei zauberhaft-magische Kinderbücher (ab 8 bzw. 10 Jahren von den Verlagen empfohlen) – bei dem einen hat mich die Geschichte mehr in den Bann gezogen, bei dem anderen war ich ganz verzückt von den wundervollen Illustrationen:

Katja Frixe: Der zauberhafte Wunschbuchladen. Illustriert von Florentine Prechtel. Dressler Verlag, 2016. (Tolle Freundschaftsgeschichte mit magischen Elementen, charmant-verrückte Buchhandlung)

Sylvia Bishop: Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde. Illustriert von Mila Marquis. Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Fischer Verlag, 2018. (Kurios-verrückte Geschichte, großartig illustriert!)

Gelesen November 2018

IMG_3124

Bianca Jankovska: Das Millennial-Manifest. Rowohlt 2018. (Arbeiten, leben, Beziehungen führen … viele wichtige Lebensthemen der Millennial-Generation kritisch beleuchtet. – klare Leseempfehlung!)

Jürgen Teumer: Die Käseglocke in Worpswede. Hrsg. Freude Worpswedes e. V. 2001. (Interessante Hintergrundinfos über das zauberhafte Waldhäuschen in Worpswede.)

Karla Paul: Gilmore Girls. 100 Seiten. Reclam 2016. (Für alle Fans der Serie unverzichtbar!)

Thomas Meyer: Trennt euch! Diogenes 2018. (Sehr zu empfehlen! Viel interessanter Input über Beziehungsstrukturen – man muss sich nicht trennen wollen.)

Nadine Sieger: Coco Chanel. Paris der 1920er und das bewegte Leben einer Modeikone. Herder 2018. (Spannende und gut recherchierte Romanbiografie über eine beeindruckende Frau. Mit den fiktionalen Elementen bin ich zwar nicht ganz warm geworden, trotzdem will ich eine klare Empfehlung für Biografieleser und Chanel-Begeisterte aussprechen. Das Layout des Buches ist zauberhaft!)

Gelesen September 2018

8BBA89A1-46D7-4E99-866E-8C966D4C7E90

Caroline Rosales: Single Mom. Was es wirklich heißt, alleinerziehend zu sein. Rowohlt 2018.

Mary Beard: Frauen uns Macht. S. Fischer 2018. (zwei kluge Vorträge mit unheimlich dichtem Inhalt sprachlich wahnsinnig schön. -> sehr empfehlenswert)

Maya Fiennes: Yoga for Real Life – für jeden! EchnAton Verlag 2016. (Kundalili-Yoga, Chakras und die Integration in den (Familien-)Alltag -> inspirierendes Buch)

Hans H. Rhyner: Ayurveda für Einsteiger. BLV 2007.

Doris Dörrie: Samsara. Erzählungen. Diogenes 1998. (Großartige, lebenssezierende Erzählungen. Doris Dörrie ist einfach wunderbar!)

Rachel Cusk: In Transit. Übersetzt von Eva Bonne. Suhrkamp 2018. (großartiger Roman über eine alleinerziehende Schriftstellerin, die ihr Leben (neu) ordnet, sich im Wandel befindet ähnlich ihrem heruntergekommenenHaus in London sowie über Sehnsüchte und die Vergangenheit)

Frank Gooesen: Förster, mein Förster. Kiepenheuer & Witsch, 2018.  (Hach, Frank Goosen … <3)

Von bauschigen Wolkenkleidern und Dackeln

Letztens begab ich auf einem bekannten Videoportal mehr oder weniger zufällig auf eine Reise in die Vergangenheit. Die Uhr wurde um dreißig Jahre zurückgedreht, als ich ein Musikvideo mit schulterbepolsterten, kunstvoll auf der Blinketreppe arrangierten Künstlern mit beeindruckenden Frisuren und Zahnpastalächeln anschaute.

IMG_0074

Plötzlich spürte ich wieder den kratzigen Teppich im Wohnzimmer meiner Eltern unter meinen Knien. Meine Schwester und ich lagen im Nachthemd bäuchlings vor dem Fernseher, der kaum größer war als ein DIN-A4-Blatt. Hinter uns saß unsere Babysitterin Anke auf dem Sofa und beklebt sich die langen, bunt lackierten Fingernägel mit Strasssteinchen. Ihre Haare waren immer akkurat geschnitten und aufwendig mit Haarspray hochtoupiert. Sie war immer todchic angezogen und trug beeindruckende Ohrringe.
Unsere Augen waren gebannt auf die großen Samstagabend-Shows gerichtet: den Flitterabend, Wetten, dass … oder Verstehen Sie Spaß?
Wir mochten die Bräute in bauschigen Wolkenkleidern, liebten Bobby Flitter und warteten ungeduldig auf die großartig inszenierten Musik-Darbietungen mit Blinketreppe, Windmaschine, Lichtorgel und Trockeneisnebel. Die Bühnenbilder bei „Wetten, dass…“ waren immer die tollsten und hatten Special Effects.
Auch die Kinderwetten mochten wir. Fast so sehr wie die mit Tieren. Ich erinnere mich an einen Dackel, der Luftballons zum Platzen brachte. Anke ließ uns gucken, was wir wollten. Hauptsache wir waren im Bett, bevor sich der Schlüssel unserer Eltern in der Haustür drehte.
Ankes Abend begann dann erst so richtig. Mit dem Babysittergeld rauschte sie ab ins „Pink Palace“.

Gelesen im August 2018

IMG_0593

Wanda Dammann: Was mir guttut, wenn’s mir schlecht geht. Impulse, Übungen und Tippts für den Alltag. Herder 2016.

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann. Dumont 2017.

Dr. Libby Weaver: Wunderbar weiblich. Gesundheit, Ernährung, Entspannung. Was jede Frau wirklich wissen sollte. Trias Verlag 2018. (Absolute Empfehlung für alle Frauen!)

Jane Gardam: Die Leute von Privilege Hill. Hanser 2017.

Sarah Knight: Not Sorry. Vergeuden Sie Ihr Leben nicht mit Leuten und Dingen, auf die Sie keine Lust haben. Übersetzt von Sybille Uplegger, Ullstein, 2017.

Meg Wolitzer: Das weibliche Prinzip. Übersetzt von Henning Ahrens. Dumont, 2018.