Gelesen im Juli 2016

Patti Smith: Just Kids

Anfang Mai habe ich ja bereits voller Begeisterung über Patti Smiths M Train geschrieben. Und meine Begeisterung für das Vorgängerbuch Just Kids steht dieser in nichts nach! SO ein tolles Buch. Kurz gefasst ist es eine poetisch-inspirierende Biografie.

Patti Smiths lyrischer Bericht beginnt mit ihrem Weg aus der Provinz ins große New York. Zuvor hatte sie in New Jersey in Fabriken gearbeitet und ein ungewolltes Kind geboren und schmerzvoll zur Adoption freigegeben. Pattis Ankunft in New York Ende der 1960er Jahre ist anstrengend: Die ersten Nächte verbringt sie auf Parkbänken und in Hauseingängen. Die Anfänge sind hart für das Mädchen vom Land. Bei einem Aushilfsjob in einer Buchhandlung (ist das nicht sympathisch?!) begegnet sie Robert Mapplethorpe. Er wird ihr Liebhaber, ihr Mitbewohner, ihre künstlerische Inspiration und vor allem ihr Freund fürs Leben. Die beiden schwören einander immer finanziell und in Bezug auf ihre Arbeit zu unterstützen und begleiten sich bei ihren ersten künstlerischen Gehversuchen. Auch der künstlerische Erfolg in Musik, Poesie, Fotografie und im Bereich Installation und Collage sowie Mapplethorpes kleinschrittiges Outing und andere Liebesbeziehungen können der Verbindung der beiden keinen Abbruch tun. Erst Roberts Aidstod Ende der 1980er Jahre trennt Robert und Patti schmerzhaft und endgültig.
Ein Buch voller Liebe, Inspiration und Detailreichtum, das ich von der ersten Seite an verschlungen habe. Eine explizite Leseempfehlung für diese doppelte Künstlerbiografie.

Tove Jansson: Das Sommerbuch

Dieses Buch der Mumins-Erfinderin war ein Spontankauf in einer Bahnhofsbuchhandlung. Ich hatte Lust auf Sommer und auf Skandinavien.
Die biografisch geprägten Sommergeschichten auf einem Inselchen im Finnischen Meerbusen sind nicht so lieblich und romantisch, wie man auf den ersten Blick vielleicht denken mag. Sie haben auch gar nichts von den skandinavisch-ländlichen Geschichten Astrid Lindgrens. Sie sind mystischer, aber auch rauer und ruppiger. Dennoch habe ich mich lesend absolut verloren und weggeträumt auf die moosbewachsene Insel mit dem kleinen, leicht verbauten Häuschen, in dem Sophia den Sommer mit ihrem fischenden Vater und der skurrilen und mutigen Großmutter verbringt.
Jetzt habe ich noch mehr Lust auf Urlaub im Norden …

Austin Kleon: Alles nur geklaut – 10 Wege zum kreativen Durchbruch

Hach, hach, was für ein hübsch gestaltetes und genussvoll weglesbares Büchlein! Austin Kleon ist Autor und Illustrator. Ein kreativer Kopf, der einen Gedichtband gestaltete, indem er aus Zeitungsartikeln die überflüssigen Wörter wegstrich. Was für eine tolle Idee!
In diesem Buch stellt er 10 Thesen zum kreativen Leben auf. Er erfindet das Rad nicht neu, aber gibt eine Menge humorvolle und motivierende Denkanstöße. Zwischendurch ergänzen ein paar Zeichnungen den Text und Zitate kluger Kreativköpfe, die ich gern allesamt unterstreichen wollte. Besonders gefreut hat mich, dass er meine Begeisterung fürs Lesen und insbesondere für Patti Smiths Just Kids teilt. Yeah! Ich lege dieses Buch ans Herz!

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Jesper Juul: Aggression

Jesper Juul wird nicht zu Unrecht so gehypt, finde ich! Er schafft es auf kluge und sensible Art den Menschen die Menschen zu erklären und doch auch wissenschaftlich zu begründen.
Wir alle lehnen Aggressionen ab, aber warum? Juul erklärt warum sie notwendig ist, und auch wie wir mit ihr umgehen können, um sie positiv zu nutzen. Ein gut lesbares, sehr empfehlenswertes Buch.

 

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