Gelesen im Januar

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Und wie jeden Monat am letzten Tag der Leserückblick …

… ausnahmsweise diesmal auch mit einem Hörbuch! Das lege ich Euch besonders ans Herz, denn es ist toll, toll, toll!!!

 

Norbert Leithold: Herrliche Zeiten

David Gilbert: Was aus uns wird

Daniel Woodrell: In Almas Augen

Fiona McFarlane: Nachts, wenn der Tiger kommt

Nickolas Butler: Shotgun Lovesongs (Hörbuch)

Lara Schützsack: Und auch so bitterkalt

Katherine Hannigan: Die Wahrheit, wie Delly sie sieht.

Saira Shah: Ziemlich nah am Glück

Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt

Volker Weidermann: Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft

Anthony McCarten: funny girl

Ich habe noch einen Ausflug gemacht – Café Augenblick in Borbeck

Dass ich das erst jetzt entdeckt habe!?

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Schon lange bin ich bekennender Fan  von Omma-Cafés. Nirgends ist es gemütlicher, nirgends gibt es besseren Kuchen!

Ich liebe zum Beispiel das Café Overbeck in Essens Innenstadt – und den Käsekuchen dort. Das Café Süßes Löchle in meinem Zwischendurchwohnort Lahr hat sich wegen seiner Jugendstileinrichtung, des Bollerofens und natürlich des großartigen Kaffees auch sofort in mein Herz geschlichen. Und ich vermisse es nach über drei Jahren immer noch!

Und jetzt also Borbeck! Zugegeben ich verlasse meinen Kiez nicht unbedingt gerne. Da sind wir auch im Pott sehr eigen. Da, wo man wohnt, und drumrum ist es halt am schönsten. Dennoch war ich vor ein paar Tagen auf mehrfache Empfehlung hin mit ENU in Borbeck.

Das Café Augenblick machte auf den ersten Blick einen eher unscheinbaren Eindruck, obwohl das Jugendstilhaus, in dem es sich befindet, einfach Zucker ist und genau meinem Geschmack entspricht.

Aber kaum war ich durch die Glastür getreten, wurde ich vom Interieur verzaubert:

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Quelle: http://www.cafe-augenblick-borbeck.de/

Eine alte Theke mit hübschen Glasgefäßen, in denen Lakritz und Weingummi quasi nach einer gemischten Tüte für ne Mark – ähem nen Euro schreien. Und daneben eine Auswahl der tollsten Torten und Kuchen!

Besonders gemütlich finde ich die ästhetisch zusammengewürfelte Einrichtung, bestehend aus Sesselchen, Stühlen und Tischen längst vergangener Zeiten. Die zahlreichen Bilderrahmen an der Wand – viele davon golden und verschnörkelt, die Kronleuchter … hach, schön!!!

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Ich hatte mich mit Freundinnen dort zum gemütlichen Frühstück eingefunden – und wir fielen auf. Mit unseren … ähem knapp 30 Jahren … haben wir den Altersdurchschnitt deutlich nach unten abgesenkt. Alle Tische waren voll besetzt mit älteren Damen in fröhlichen Runden, die fleißig Sekt und Frühstück bestellten.

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Kurz nach 12 Uhr gab es dann einen „Schichtwechsel“. Die Männer kamen!

Ältere Herren mit Hüten und Schirmen bewaffnet betraten nacheinander das Café, begrüßten einander, ließen sich umständlich an Einzeltischen nieder und orderten den – sehr lecker aussehenden – Mittagstisch. Die Damen verließen schubweise ihre Tische, um – vermutlich – nach Hause zu eilen und dort das Mittagessen zu kochen.

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Was für ein schöner Vormittag!

Aber ich muss zugeben, das, was mich am meisten und nachhaltigsten im Café beeindruckt hat, waren die Klingelknöpfe an den Wänden, mit denen man nach der Kellnerin rufen kann.

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Sowas habe ich zuvor noch nie gesehen. 

Also, meine größte Empfehlung für dieses Café. Ich muss bald wieder hin, denn ich habe den Kuchen noch nicht probiert … Wer kommt mit?

Ich habe einen Ausflug gemacht – die Ludwigsgalerie im Schloss Oberhausen

Wer mich kennt, der weiß, dass ich für mein Leben gerne Ausflüge und Entdeckungen mache. Und es war mal wieder Zeit dafür!

Und so bin ich diese Woche nach Oberhausen zum Schloss in die Ludwigsgalerie gefahren.

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Nachdem ich im letzten Jahr dort schon die wunderbare Ausstellung zu Marilyn Monroe gesehen habe, war es diesmal Andy Warhol, der mich angezogen hat.

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Und es hat sich gelohnt! Neben Illustrationen von Campbell-Dosen, die Warhol erst berühmt gemacht haben, war eine Auswahl seiner Siebdruck-Foto-Kompositionen zu sehen: Goethe, die Kuh, Selbstporträts, Joseph Beuys … – und selbstverständlich in unzähligen Variationen Marilyn! (Die mag ich sehr! Merkt man vielleicht nicht so …)
Daneben gab es auch vieles zu sehen, das mir bisher unbekannt war, und einfach wunderschön ist!

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Seine Plattencover – wow!

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Eines der von ihm gestalteten Hesse-Büchlein steht sogar in meinem eigenen Bücherregal. Wusste ich nur nicht …

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Dazwischen gestreut an den Wänden immer wieder Statements von Warhol, …IMAG2346

… seine Zeitschriftencover …

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… und nochmal ein Foto-Siebdruck: the Witch!

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Abgefahren fand ich den Diamantstaub, den einige seiner Werke veredeln. Was kostet sowas eigentlich?

Am Schluss gab es dann noch einen feinen IMAG2357.

Die Ludwigsgalerie ist auch so ein Ort, an dem es tolle Details zu entdecken gibt:

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Hinfahren! Lohnt sich!

Was habe ich nicht gestern für ein schönes Buch gelesen!

Wenn man im Buchhandel arbeitet, hat man ja den großen Vorteil, einige Bücher früher lesen zu dürfen als der „gemeine Buchkonsument“. Ich genieße das in vollen Zügen! Im Moment liegt zum Beispiel die neue Banana Yoshimoto auf meinem Stapel und ich freu mich wie Bolle auf die Lektüre.

Und gestern, ja gestern habe ich in zweifacher Hinsicht einen historischen Ausflug gemacht: mit dem neuen Buch von Volker Weidermann.

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Zum einen bin ich ins sommerliche Ostende deutscher Exlianten wie Stefan Zweig, Joseph Roth, Egon Erwin Kisch oder Irmgard Keun  ins Jahr 1936 gereist – das nach 1944 leider nicht mehr in seiner romantischen Kurort-Optik erhalten ist – und zum anderen ca. 6-7  Jahre in meinem eigenen Leben zurück, in die Zeit, in der ich meine Magisterarbeit über Irmgard Keun geschrieben habe und alles, was überhaupt über sie zu lesen war, verschlungen habe.

Und was ich für einen schönen Nachmittag hatte!
Volker Weidermann schätze ich als Journalisten sehr und auch seine beiden literaturgeschichtlichen Titel Lichtjahre und das Buch der verbrannten Bücher hatte ich schon mit großem Gewinn gelesen. Aber dieses neue Buch – eine faszinierende Mischung aus Zeitdokument, Literaturgeschichte, Romanfragmenten … – hat mich wirklich begeistert. Wie gerne hätte ich es schon vor 7 Jahren gelesen  …

Er heißt Tolino und wir lieben uns …

Ich bin ein analoger Mensch.
Ich liebe meine gut gefüllten Bücherregale, mag echte Bücher einfach von Herzen, deren Geruch, die Haptik … ich möchte jederzeit das Cover betrachten können, das jemand in aufwendiger und liebevoller Arbeit gestaltet hat. (Und auch zwischendurch mal nachschauen, was ich da eigentlich lese …)
Ich will auf einen Blick sehen können, wie viele Seiten ich schon gelesen habe und wie viele wohl noch vor mir liegen. Es gibt ja Bücher, da beeilt man sich mit dem Lesen und bei manchen kann es nicht lang genug dauern … All das vermisse ich, wenn ich auf dem E-Reader lese.

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Als ich allerdings letzte Nacht schlaflos im Bett lag und noch ein bisschen lesen wollte, leuchtete der Tolino in der Dunkelheit so sanft genau das richtige Licht, das ich zum Lesen brauchte. Ich lehnte ihn einfach an eines der tausend Kissen, die ich zum Wohlfühlen brauche, und musste ihn nicht anstrengend festhalten.
Zum Umblättern wollte er immer nur kurz angetippt werden, und als ich irgendwann mitten in der Lektüre ins Land der Träume abgedriftet bin, hat er sich einfach von selbst schlafen gelegt und sich gemerkt, wo ich zuletzt gelesen habe. Meine geliebten analogen Bücher klappen in solchen Momenten – genauso müde wie ich – einfach zu.

Das Flummimädchen …

… hopst  zwar immer noch wild und ausgelassen in der Welt herum – und zwar am liebsten genau dann, wenn es irgendwie nicht so gut passt, …

… aber es hat auch den Ernst des Lebens begriffen und sich zu einem ganz famosen Arbeitstierchen gemausert:
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Lasst Euch von dem engelsgleichen Blick aber nicht einlullen. Letzte Woche hat der Flummi mir eine ganze Scheibe Käse vom Brot geklaut  – und alleine aufgefuttert.

Und jährlich grüßt …

… nicht das Murmeltier, aber so ähnlich.
Mir ist aufgefallen, dass 2014 ziemlich ganz genauso beginnt wie 2013.

Mal wieder der meeeegaindividuelle Neujahrsspaziergang am See …

See

… und die obligatorischen Stunden am Schreibtisch, …

Schreibtisch

… und ich hab mal wieder nicht dran gedacht, dass nächste Woche die Umsatzsteuervoranmelung fällig wird.

Die kommt immer ähnlich überraschend wie Weihnachten, absolut unkalkulierbar … tsetsetse!

Aber 2014 wird kein 2013/2!

Nee, 2014 wird gold!!! Das sieht man schon am Nagellack. Und der sagt ja bekanntlich immer die Wahrheit!

Goldkatze