Gelesen im Januar 2016

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Der Januar 2016 war ein Monat, der echt viel zu bieten hatte: Kinderbuch-Klassiker, ein Leseabbruch, ein besonders schönes Buch und tatsächlich zwei Mal Chick-Lit. Rückfall in meine Jugend, oder was? Nee, aber trotzdem sehr nötig:

Juli Zeh, Unterleuten. Luchterhand, erscheint am 8. März
So schade, dass ich noch nichts darüber sagen darf …

J. Paul Henderson: Letzter Bus nach Coffeeville. Diogenes, erscheint im März 2016
… und auch hier: wirklich schade! Ein Buch, das man sich vormerken kann.

Lydie Salvayre: Weine nicht.
Ein hochgelobtes Buch, das in Frankreich mehrfach ausgezeichnet wurde, mit einem wunderschönen Cover. Und dennoch sind wir beide nicht zusammengekommen. Nach ungefähr einem Drittel habe ich aufgehört. Und das liegt nicht an der komplexen Thematik des spanischen Bürgerkriegs. Da habe ich einiges an Neuem erfahren, das ich wirklich interessant und spannend finde. Nein, gerade das, was in Frankreich so hoch gelobt wurde – die Verbindung der spanischen mit der französischen Sprache – empfinde ich persönlich für die deutsche Übersetzung sehr schwierig. Den Roman hat die Autorin autobiografisch geschrieben. Vorlage für die Protagonistin ist ihre Mutter – geboren in Spanien und später übersiedelt nach Frankreich -, die ihr Leben lang kein reines Französisch sprach, sondern eine Mischversion, in der sie beide Sprachen miteinander kombinierte. Meiner Meinung nach funktioniert das in der deutschen Übersetzung einfach nicht. Die spanischen Einsprengsel irritieren mehr, als dass sie der Geschichte helfen. Mit meinem uralten Schulspanisch versteh ich manchmal die Hälfte, muss dann aber doch blättern, bis zur Übersetzung ganz nach hinten. Das strengt an. Genau wie die nicht gekennzeichnete wörtliche Rede, die zusätzlich noch oft ohne Satzzeichen auskommt. Die Kombination macht das Buch wirklich sehr sperrig und wenig Lust aufs Lesen. Ein paar Tage lang dachte ich noch, „Ich les gleich/bald weiter.“ Aber inzwischen habe ich festgestellt, dass es dazu nicht kommen wird. Denn so sehr hat mich die Geschichte von Montse dann doch nicht gefesselt. Manchmal muss man so ehrlich sein,

Noel Streatfeild: Ballettschuhe
Wunderschöner englischer Kinderbuch-Klassiker, den Carlsen als gebundenes Buch mit Leinenrücken und Lesebändchen im Programm hat.
Skurril-liebevoll geschriebene Geschichte um drei Mädchen ohne Familie, die in einem Londoner Haus eines Weltreisenden mit mehreren Erwachsenen vor ungefähr 100 Jahren aufwachsen. Zu ihrer Ausbildung gehört nicht nur privater Schulunterricht, sondern auch der Besuch einer Schule für Schauspiel und Ballett speziell für Kinder. Jedes der drei Mädchen verfügt über ein besonderes Talent: Eine ist wunderbare Schauspielerin, die zweite eine leidenschaftliche Bastlerin und Technikerin, während die Dritte begabte Ballerina ist. Es wärmt das Herz – unbedingte Leseempfehlung.

Noel Streatfeild: Zirkusschuhe
Auch dieses Buch ist bei Carlsen mit Leinenrücken und Lesebändchen erschienen und ebenso schön wie sein Vorgänger „Ballettschuhe“. In diesem Roman landen zwei Geschwister nach dem Tod ihrer Tante bei ihrem Onkel, der als Clown in einem Zirkus arbeitet. Die Kinder fühlen sich zunächst fehl am Platz, denn ihre Tante hat versuchte, sie trotz nur begrenzter Mittel wie adelige Kinder zu erziehen. Im quirlig-lebendigen Zirkusalltag gelten andere Regeln und die beiden ecken am Anfang ständig mit ihrer blasierten Art an. Doch irgendwann platzt der Knoten. So eine schöne nostalgische Kindergeschichte!

Jojo Moyes: Eine Handvoll Worte
Und da war mir doch tatsächlich mal nach etwas Seichtem! Als ich ein paar Excel-Tabellen bearbeitet habe, brauchte ich was Nettes im Hintergrund und da habe ich mich das Hörbuch von Jojo Moyes entschieden. Zwei romantische Liebesgeschichten zu zwei verschiedenen Zeiten, die über einen Liebesbrief eine Verbindung miteinander haben. Wenn ich schon keine Schokolade essen darf, dann gönne ich mir doch so etwas Süßes zwischendurch!

Ildiko von Kürthy: Sternschanze
Und noch was Süßes für zwischendurch. Ein Geständnis: Vor gut 15 Jahren habe ich die ersten Romane von Ildiko von Kürthy verschlungen. Vor Kurzem ist sie wieder in meinen Blick geraten, weil der Liebste sie für ein Magazin interviewt hat. Und als ich dann noch eine Begleitung für mein Excel-Gedöns brauchte, hab ich mir „Sternschanze“ von ihr angehört. Wie gewöhnt sehr charmant und witzig mit vielen reflektiven Episoden. Hat Spaß gemacht – mal wieder! Aber als Nächstes brauche ich mal wieder was Vernünftiges. ;-)

Margaret Forster: Mein Leben in Häusern
Ein wunderhübsch gestaltetes Buch der Roman- und Biografieautorin Margaret Forster. Sie schreibt über die Häuser ihres Lebens. Über die Häuser, in denen sie gelebt hat, und ich denen sie gern gelebt hätte. Ein Buch, das richtig liebevoll gemacht ist: Die Tusche-Aquarell-Illustrationen auf dem Cover entsprechen den Häusern, über diese schreibt. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass sie sehr persönlich, aber niemals wirklich privat aus ihrem Leben erzählt. Als Leser bekommt man einen schönen Eindruck ihrer Gedanken und Gefühle für die Häuser und begleitet Margaret Forster von ihrer frühen Kindheit bis zum jetzigen Zeitpunkt, zu dem sie von Krebs gezeichnet, in ihrem Haus lebt und es als Schutzkokon und Energiespender empfindet.
Bei einem so hübschen Buch kann ich sogar fast über den falsch geschriebenen Namen von Harold Fry auf dem Cover hinwegsehen. Aber nur fast!

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