Telefonnotiz

Heute morgen rief ich bei Bärbel Witzig an, um mit ihr die Illustrationen für den neuen Elias-Adventskalender durchzusprechen. Der Nachfolger von diesem hier. (Für alle, die schon drauf warten: Der neue Kalender wird im August erscheinen!)

Ich hatte vergessen, dass die Frühaufsteherin und Frühamschreibtischsitzerin in Baden-Württemberg wohnt, wo in dieser Woche Schulferien sind. Prompt hatte ich ihre kleine Tochter Emmi am Hörer. „Mami kauft grad beim Bäcker Brötchen für unser Frühstück“, erklärte sie mir, und auch dass sie einen Zettel schreiben wird, dass ich angerufen habe.

Über diese klare  Ansage war ich überrascht, denn die Profi-Telefoniererin Emmi ist im Sommer erst in die Schule gekommen.

Von Bärbel Witzig bekam ich kurz darauf eine E-Mail mit folgendem Anhang.

Ich bin noch immer ganz verzückt!

Besonders begeistert mich das „Früschtüg“. Könnte man das Wort auf eine schönere Weise schreiben?!

Arbeitsbehinderung!

Ich sitze hier und tippe Buchstaben für Buchstaben in die Tastatur. Den ganzen Tag schon. Mir gefällt das sehr, aber nicht jeder in diesem Raum kann das teilen.

Im Moment wird neben meinem rechten Ohr bettelnd ins Ohr geschnurrt. Laut. Sehr laut. Jaja, ich weiß, es ist Essenszeit. Wenn ich mich jetzt auch nur einen Millimeter bewege, denkt der Herr, ich hätte nichts besseres zu tun, als NUR FÜR IHN aufzuspringen, um in die Küche zu hechten und eine Dose zu öffnen. Also bewege ich mich nicht mehr als unbedingt nötig. Ich will ja keine schlafenden Hunde wecken … und auch keine schnurrenden Katzen animieren!

Vorhin hat er mich laut maunzend umschmeichelt und seinen Kopf immer wieder an meinem gerieben. Dass ich eigentlich tippe, war ihm egal. So habe ich blind und mit grauen Fusselhaaren im Mund weitergeschrieben. Aus Verzweiflung darüber hat er versucht, sich auf meinen Arm zu legen und so weiteres Tippen zu verhindern. Auch das habe ich stoisch ignoriert und für jeden Buchstaben ungefähr 8 Kilo in die Höhe gewuchtet. Und jetzt also konstantes Brummen in mein rechtes Ohr, um mich mürbe zu machen.

Wie viel lieber ist mir da gerade sein Bruder?! Er liegt quer im Raum auf dem Boden. Auf dem Weg zur Tür versteht sich, damit er merkt, wenn ich aufstehe vom Schreibtisch und zuuuufällig in Richtung Küche gehe. Könnte man ja verpassen …