Gelesen: Ada Dorian, Betrunkene Bäume

 

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Ada Dorian: Betrunkene Bäume, Ullstein Fünf

„Betrunkene Bäume“ ist eine große Entdeckung für mich! Es ist sprachlich ganz fantastisch und auch wunderbar komponiert mit verschiedenen Perspektiven und Rückblicken, die ganz harmonisch miteinander funktionieren und ineinandergreifen, auch wenn manchmal die Bögen recht weit geschlagen sind. Ich fühle mich insgesamt erinnert an Robert Seethaler: Ein ganzes Leben – mal so zur Einordnung. Ein leicht trauriges, melancholisches Buch, das von Momenten lebt.

Protagonist ist der einsam lebende alte Mann Erich, der sich an Erinnerungen klammert, erfüllt ist von Schuldgefühlen und der Sehnsucht nach seiner großen Liebe Dascha. Erich lebt faktisch in Deutschland, aber innerlich ganz im sibirischen Wald. Dort erlebte er als junger Mann Monate, die sein Leben noch jetzt bestimmen: Forschung an Bäumen, die in sein heutiges Leben reicht, durch Kontakt zu Wissenschaftlern vor Ort und an deutschen Unis und die Begegnung mit seiner großen Liebe Dascha.
Diese lebte allein in einer ärmlichen Hütte und hatte ein Kind von Erichs einzelgängerischem Führer durch die Wälder, Wolodny, der sich aber nicht kümmerte. Erich holte die Frau und das Kind nach Deutschland. In hohem Alter kehrte Dascha nach Sibirien zurück. Erich wollte mitkommen, schaffte es aber nicht vor lauter Schuldgefühlen Wolodny gegenüber. Er lebt nun allein in einem heruntergekommenen Haus. Nachbarin ist Katharina, ein junges Mädchen, das von Zuhause abgehauen ist und illegal dort lebt. Erich engagiert sie als eine Art Haushälterin, nachdem er die Pflegerin, die seine angenommene Tochter engagiert hatte, einfach rauswirft.
Er kann nicht anders handeln, denn Erich hat ein Geheimnis: In seinem Schlafzimmer wachsen Bäume. Echte Bäume. Als das Geheimnis rauskommt, soll Erich ins Heim. Er sieht nur einen Ausweg. Dabei spielt Katharina eine tragende Rolle …

Ein wunderbares Buch. Unaufgeregt, kenntnisreich und berührend bis zu letzten Seite!

 

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Wien II

Ich liebe Wien – nicht nur, weil man so leicht Wein daraus machen kann -, sondern weil es eine Stadt voller Buchstaben, Wörter, Texte und geheimer Nachrichten ist. Aber seht selbst, was mir dort so begegnet ist:

Lauter Beschränkungen für Hunde. Ob sie auf den Rasen dürfen, wenn sie schon nicht hinein dürfen?IMAG0048

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Und auch für Menschen gibt’s krasse Regeln

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Zum Glück habe ich mich im Supermarkt an die gepflegten Umgangsformen des Ruhrpotts erinnert gefühlt

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Und ein bisschen was zum Lachen für die Einzehandelsmitarbeiter unter uns – SO würden wir auch gerne Nightshoppen. 21 Uhr … hahaha!

IMAG0254Und für die Fußballfans

IMAG0054Und für alle Freunde von Thees Uhlmann

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IMAG0186Und für Leser von Wolfgang Herrndorfer – oder Raucher

IMAG0087Sex sells

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IMAG0088Für Kunstfreunde

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IMAG0235Für Genießer

IMAG0198Für die Autofahrer

IMAG0221Und für alle, die auch noch ein paar mehr Buchstaben mögen

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I lost my heart in vienna!

Eine Geburtstagstorte für ….

… nein, nicht für die Katze, sondern für den Liebsten. Obwohl das gleichnamige Buch von Sven Nordqvist schon irgendwie der Grund für die Torte war. Denn seit über 20 Jahren träume ich davon,  eine Pfannkuchentorte zu essen.

Hach ja … Pettersson und Findus … wie sehr ich diese Bücher liebe – nicht nur wegen der Pfannkuchentorte. Vermutlich waren sie auch unterbewusst Grund für die Anschaffung eines Katzenbabys, das dem Baby-Findus quasi aus dem Gesicht geschnitten ist. Hier der Beweis:

Baby-Flummi:

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Baby-Findus:

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Und das Flummi-Mädchen hat mindestens so viel Unsinn im Kopf wie Findus. Wenn nicht noch mehr!

Aber von der Katze zurück zur Torte. Vor ein paar Tagen war es also soweit und ich habe den Geburtstag des Liebsten als Alibi für meine erste Pfannkuchentorte genutzt:

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Und ja:  Sie war mindestens genau so lecker wie sie aussieht!
Die Rezepte im Netz haben mich alle nicht so angesprochen (Füllung nur aus Sahne und Marmelade … bäh!), so habe ich kurzerhand überlegt, was ich mir in so einer Torte wünsche und losgemischt, -gerührt und -gewerkelt. Sahne, Frischkäse, Quark, Puderzucker, Zitronensaft, Blaubeeren, Waldbeeren, Blaubeermarmelade …- Keine Sorge, das wird hier kein Koch- und Backpost! Meine Küchengeheimnisse verrate ich ja nicht jedem!  Nur so viel: obendrauf ist was anderes, als innendrin.
Und nochwas: Im Kopf habe ich auch schon ein Rezept für eine vegane Variante. Wird bei nächster Gelegenheit mal ausgetestet. Wer hat denn so eine Torte verdient? Na? Vielleicht lass ich mich ja bestechen … ;-)

10 Gründe …

… sind heute 10 geheime Tatsachen!

Weil man Regeln ja auch manchmal brechen darf und die, die man selber aufgestellt hat, ja schon dreimal, gibt es heute keine 10 Gründe für …, sondern 10 total geheime Informationen über mich. Natürlich nur für die, die es interessiert. Die anderen kommen einfach nächste Woche wieder!

So, noch dabei? Dann mal los und hinter die Kulissen geschaut:

1. Ich mag neue Sachen. Neue Brille und brandneues, druckfrisches Buch – geschrieben von mir.IMAG1561

2. Als Kind habe ich immer Mortadella und Nutella verwechselt. Das war aber nicht weiter schlimm. Denn bei uns gab es beides nicht.

3. Dass es einen Unterschied zwischen Legoland und Helgoland gibt, habe ich ebenfalls nicht verstanden. Aber auch das war nicht dramatisch, denn … genau: Ich war bisher weder auf der Insel, noch im Plastiksteinparadies.

4. Das Schlimmste, was ich in meiner Schulzeit je gemacht habe, war … im Matheunterricht heimlich unter dem Tisch zu lesen. Das geschah bereits in der Grundschule. Und erklärt eventuell so einiges.

5. Ich fotografiere von Herzen gerne Schilder. Wer weiß, wofür man gerade DAS mal braucht?!

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6. Ich hasse Hausarbeit – am allermeisten Fensterputzen. Zum letzten Geburtstag habe ich von Freunden deshalb einen Fensterputzergutschein geschenkt bekommen.

7. Von zu viel Mineralwasser mit Kohlensäure bekomme ich Kopfweh.

8. Ich verabscheue Marzipan und liebe Nougat.

9. Manchmal überlege ich mir gerne Verschwörungstheorien oder geheime `Naturgesetze´, wie das, dass Menschen entweder Marzipan oder Nougat mögen.

10. Ich würde am liebsten in Skandinavien leben. In einem kleinen Holzhaus mit Kamin und Veranda. An einem See oder am Meer.

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Gier

Ich liebe Filme der 50er und 60er Jahre – das ist kein Geheimnis. Umso erfreuter war ich, als vor ein paar Tagen berichtet wurde, dass ein bisher unbekannter Film von Heinz Erhardt aufgetaucht ist. Ha! Was ne Freude!!!
Klar, dass ich ihn mir direkt angeschaut habe. Und das solltest ihr auch tun. Das Thema ist nämlich ziemlich aktuell. Es geht um Gier, Kohle und Betrug. Daran hat sich in den letzten 50 Jahren nichts geändert und vermutlich war das vor zehntausend Jahren auch schon so …
Hier bei mir Zuhause übrigens auch: Heute morgen hat das Flummimädchen den armen Jerry gehauen und angefaucht, weil sie ihm sein Frühstück klauen wollte, das gierige Miststück!

Jetzt aber der Film:

Kunst aus der Küche – malen mit Merlot

Für das Luciafest im Dezember habe ich so großzügig eingekauft, dass tatsächlich noch ein paar Fläschchen vom Merlot übriggeblieben sind, die für den Gløgg gedacht waren. Und was macht man damit?

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Außer den Wein zu trinken natürlich …

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Inspiriert vom Gløgg, der am Luziaabend unerklärlicherweise lustige Flecken auf meinem Book Nerd-Beutel hinterlassen hat, und von meiner Nachgeburtstagsparty, bei der auf ebenso unerklärliche Weise mein Birkenbild um rote Weinakzente ergänzt wurde, habe ich zwei Keilrahmen genommen und ein bisschen gepanscht …

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… und zwischendurch ein, zwei Schlückchen getrunken …

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Dann habe ich die Ergebnisse ganz ungeduldig auf die Heizung gelegt und bin ausgegangen.

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Am nächsten Morgen erkannte ich dann, was so in Monsieur Merlot steckt.
Ein spuckender Alien …

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… und ein kleines Nashorn-Dino-Kind.

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Und da sag noch einer, man soll nicht mit Lebensmitteln spielen …

Einsiedlers Heiliger Abend

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Ich hab‘ in den Weihnachtstagen –
Ich weiß auch, warum –
Mir selbst einen Christbaum geschlagen,
Der ist ganz verkrüppelt und krumm.

Ich bohrte ein Loch in die Diele
Und steckte ihn da hinein
Und stellte rings um ihn viele
Flaschen Burgunderwein.

Und zierte, um Baumschmuck und Lichter
Zu sparen, ihn abends noch spät
Mit Löffeln, Gabeln und Trichter
Und anderem blanken Gerät.

Ich kochte zur heiligen Stunde
Mir Erbsensuppe mit Speck
Und gab meinem fröhlichen Hunde
Gulasch und litt seinen Dreck.

Und sang aus burgundernder Kehle
Das Pfannenflickerlied.
Und pries mit bewundernder Seele
Alles das, was ich mied.

Es glimmte petroleumbetrunken
Später der Lampendocht.
Ich saß in Gedanken versunken.
Da hat’s an die Türe gepocht,

Und pochte wieder und wieder.
Es konnte das Christkind sein.
Und klang’s nicht wie Weihnachtslieder?
Ich aber rief nicht: „Herein!“

Ich zog mich aus und ging leise
Zu Bett, ohne Angst, ohne Spott,
Und dankte auf krumme Weise
Lallend dem lieben Gott.

Joachim Ringelnatz