Zack – Pläne geändert!

Eigentlich sollte es gestern einen Ausflug in die Grüffelo- bzw. Axel Scheffler-Ausstellung ins LWL-Museum in Münster geben.
Eigentlich, ja eigentlich. Denn morgens erinnerte ein soziales Netzwerk daran, dass bei meinem Tätowierer ein Walk Inn stattfindet. Das bedeutet, dass man ohne Termin kommen kann, und sich spontan ein kleines Motiv stechen lassen kann – sofern die Schlange nicht zu lang ist. Jaaa, und dann wurden – ZACK! – die Pläne geändert und wir wollten über Wesel nach Münster fahren. „Nua ma kucken!“

Bei Norman war die Schlange dann auch glatt nicht allzu lang und nach 1,5 Stunden Wartezeit konnte ich mir eine neue kleine Freundin auf die Haut bannen lassen, bevors wieder zurück in den Pott ging. Von wegen: „Nua ma kucken!“ …

Schaut mal, Mary Poppins wie sie leibt und fliegt:

IMG-20150411-WA0007

Die Vorlage auf dem Arm.

IMAG0502

Und heute, einen Tag nach dem Stechen.

Aaaaber, obwohl es so spontan war, war es das eigentlich doch nicht: Das Motiv und die Körperstelle standen nämlich schon lange fest. Ich hatte nur noch keinen Termin gemacht. (Nicht, dass jetzt irgendjemand denkt, ich sei unüberlegt und spontan … ;-) )

P.S. Nach Münster zum Grüffelo gings dann heute. Superschöne Ausstellung mit vielen tollen Originalillustrationen, die einfach eine ganz andere Wirkung haben als die reproduzierten in den Bilderbüchern. Wusstet Ihr schon, dass Rotraut Susanne Berner eine enge Freundin von Axel Scheffler ist? In der Ausstellung gibt es zahlreiche illustrierte Briefumschläge zu sehen, die die beiden einander geschickt haben. Der Weg nach Münster lohnt sich!

Advertisements

Kunst aus der Küche

Meine Kunst aus Büchern ist ja mittlerweile fast schon ein alter Hut. Deshalb gibt es heute mal was anderes: Kunst gelöffelt. Und so kam das.
Ich bin ja bekanntermaßen eine alte Flohmarkt- und Trödeltante, die ihren Wein am liebsten aus Kristallgläsern schlürft und den Käsekuchen von Goldrandtellern nascht. Eine besondere Vorliebe habe ich für altmodische (und alte) Teelöffel und Kuchengabeln. Und Schnäppchen mach ich auch gerne.

IMAG1318

So kam es, dass ich eines Tages wunderschöne und megamäßige Schnäppchen-Billo-Teelöffel erstand. Dass es da irgendwo einen Pferdefuß geben muss, wäre vermutlich jedem klar gewesen, nur mir nicht … Nunja …
Die Löffelchen haben nämlich blöderweise ein Gedächtnis. Sie merken sich ziemlich gut, was man mit ihnen getan hat – auch trotz Spülens.
So hatte ich dann köstliches Knoblaucharoma auf der Zunge, als ich meinen Vanillequark mit Joghurt löffelte oder verpasste meiner Salatsauce eine kräftige Zimtnote … So geht’s ja nicht! Und die Löffel wurden deshalb mit Dabastelichmawasdraus-Gemurmel als unbrauchbar beiseite gelegt.

IMAG1324

Was für ein groooßes Glück, dass das Schwesterchen das hörte und sich gut merkte und mir Heiligabend deshalb ein sehr damenhaftes Präsent unters Bäumchen legte: Eine Heißklebepistole Einen Gluepen! Klar, dass ich den heute gleich mal ausprobieren musste …. Hach, die drei Löffelchen waren viel zu schnell fertiggeklebt, sodass ich jetzt auf der Suche bin nach weiteren Gluepen-Projekten. Ma gucken, was sich so in meiner Butze findet, dass man gut irgendwo festkleben kann.
Ich gehe schon mit diversen Ideen schwanger und bin ziemlich froh, dass der ganze Krempel hier meiner ist, und ich mit ihm tun kann, was ich will … :-DIMAG1325

Und für die Feierlichkeit heute am 2.- Weihnachtsfeiertag noch ein Poem:

Herr Löffel und Frau Gabel,
die stritten sich einmal.
Der Löffel sprach zur Gabel:
„Frau Gabel, halt den Schnabel,
du bist ja bloß aus Stahl!“

Frau Gabel sprach: „Herr Löffel,
Ihr seid ein großer Töffel
mit Eurem Gesicht aus Zinn,
und wenn ich Euch zerkratze
mit meiner Katzentatze,
so ist Eure Schönheit hin!“

Das Messer lag daneben
und lachte: „Gut gegeben!“
Der Löffel aber fand:
mit Herr’n und Frau’n aus Eisen
ist nicht gut Kirschen speisen,
und küsste Frau Gabel galant –
die Hand.

Christian Morgenstern

Mehr Kunst aus Büchern – oder: Zeit für neues Altes

Manchmal ist es einfach an der Zeit, neue Sa[e]iten aufzuziehen!

Dann muss das Alte weichen, um Platz zu machen für das Neue, das Wind in Dein Leben bringt und Dir um die Nase weht.

IMAG0830

Aber das Neue muss nicht immer brandneues Neues sein … manchmal sind es auch die alten, gel(i)ebten und bewährten Gegenstände, Rituale oder Gewohnheiten, die Dein Leben aufs Neue bereichern können und Dir die Freude schenken, die Du vielleicht so lange schon vermisst hast.

IMAG0837IMAG0838IMAG0836 

Nimm Dir Zeit, um einfach nur so dazusitzen, zu schauen und zu denken.

IMAG0834

Was ist das Stück, das in Deinem Leben fehlt?

IMAG0944

Wonach ruft Dein Herz?

IMAG0946

Was ist Deine Sehnsucht?

IMAG0945

Was weißt Du vielleicht erst jetzt – mit Abstand – wirklich zu schätzen?

IMAG0943

Gib Dir die Zeit, auch mal schwach zu sein. Um Hilfe zu bitten oder zuzugeben, dass auch Du Fehler gemacht hast.

IMAG0940

Lass neue, alte Sa[e]iten in Dein Leben!

IMAG0937

P.S. Ich habe meinen Flur mit einer alten Reclamausgabe von Gottrfied Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, Iris Murdochs „Metaphysics as a Guide to Morals“ und Ella Griffins „An und für Dich“ tapeziert. Das war gar nicht schwer!

Kunst aus Büchern

Am Sonntag habe ich ausgemusterte Bücher, Stifte, Scheren, Papierchen, Nadel und Faden in eine Tasche gestopft und bin mit ENU leicht verspätet nach Horst zum Kreativmädchen-austobe-Tag gebraust.

Dort hatten knapp 20 frühaufgestandene Frauen schon ihre Ideen und Materialien ausgebreitet. Dazu noch leise Musik, Kaffee, Kuchen, Salat, Brötchen und Aufstriche und der Pfarrsaal war der schönste Ort an diesem Sonntag.

Neben großem Hallo, einigen Wiedersehen und viel Gequatsche habe ich es tatsächlich geschafft, die Ideen und Kreationen meiner Mitstreiterinnen zu bewundern und selbst auch ein bisschen zu schnippeln, zu nähen, zu stempeln und zu malen … Meine Ergebnisse:

Genähte Hängeobjekte

IMAG2752

IMAG2751  IMAG2753

Bildobjekte – eines davon hat es nicht bis nach Hause geschafft, sondern wurde gleich vor Ort von Herzen verschenkt:

IMAG2750

IMAG2749

IMAG2742

 

Mit begeisterungsgroßen Augen und ein bisschen Gejammer konnte ich meine Freundin Jessica dann noch davon überzeugen, mir dieses wundervolle Notizbuch mit dem charmanten Rotkehlchen zu kreieren. Ist es nicht toll??? Danköööö, Jessica! :-*

IMAG2756IMAG2754

Und irgendwie war es dann viel zu schnell schon 18 Uhr und wir packten unseren ganzen Krempel wieder ein  …

Aber damit war der Tag noch nicht vorbei: Abgerundet wurde der wunderbare Sonntag von einer kleinen Grill-Session und einer Weiterbildung in Sachen Filmgeschichte – Blade Runner. Man sagt, ich habe es nötig …