Gelesen im November 2019

IMG_5001

Gabriela Kasperski: Einfach Yeshi. Auf der Suche nach Turnschuhen und einer neuen Heimat. Arisverlag, 2019. – Rezensionsexemplar – Ein rasanter, fantasievoller und ein bisschen verrückter Kinderroman, der viele Themen aufgreift: Rassismuss, Geflüchtete, Trennung der Eltern, Freundschaft usw. Yeshi ist ein kreatives und herzliches Mädchen, voller verrükter Einfälle, das mutig und unerschrocken in ein großes Chaos gerät, bei dem sie alle und alles in Aufruhr versetzt. Ein rasantes Buch, das Spaß macht, zu lesen.

Madeleine Alizadeh/dariadaria: Starkes weiches Herz. Ullstein, 2019.

Jonathan Safran Foer: Hier bin ich. Kiepenheuer & Witsch, 2016. – Fesselnder vielschichtiger, dichter Roman über eine Trennung, eine Familienkrise, über Religion … Im zweiten Anlauf erst habe ich den Einstieg geschafft. Ich tat mich auch dieses Mal auf den ersten Seiten schwer und war dann aber voll eingesogen in die Sprache und die Detailbeschreibungen.

Toni Morrison: Gnade. Rowohlt, 2011. – Im Rahmen eines Online-Lesekreises ist dieser Titel auf meiner Leseliste gelandet. Am Anfang hatte ich ordentlich zu kämpfen, um reinzukommen und dann hat es mich auf S. 30 ca. richtig gepackt. Die Lektüre ist nicht ohne und das Lesen war oft schmerzhaft. Die Geschichte wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt und setzt sich wie ein (psychologisches) Gesamtbild aus Rückblicken und Handlung zusammen. Sie spielt Ende des 17. Jahrhundert in Amerika. Ungeschönt und schmerzhaft brutal. Es geht um Themen wie Rassismus, Sexismus, Sklaverei, Unterdrückung, Gewalt – psychisch und sexuell – … Die Lektüre empfand ich als brutal und schmerzhaft – aber unfassbar wichtig.

Alexa Hennig von Lange: Kampfsterne. Dumont, 2018. – Als kleine, leichte Zwischenlektüre gedacht, zog mich Kampfsterne schnell in die bedrückend-schmerzhafte Welt der kleinen Siedlung voller Einfamilienhäuser. Aus Versatzstücken vieler Perspektiven setzt sich ein Mosaik zusammen, das ein Abbild der Menschen ist, die dort leben. Junge wie Alte. Männer wie Frauen. Gerade die unterschiedlichen Perspektiven auf dieselben Situationen, Vorkommnisse und Beziehungen, macht das Buch so reizvoll. Kleine Dramen, das oft beschriebene eigene Päckchen, das ein jeder mit sich trägt, viele Verletzungen, Eigenarten und Gefühle jeglicher Coleur lassen es richtig brodeln. Ich fühle mich strukturell ein bisschen an Juli Zehs Unterleuten erinnert.